St. Georgen Musik als Medizin wird gern genommen
Regina König am Klavier und das Kleine Kammerorchester punkten mit einem souveränen Zusammenspiel und haben das Publikum von Anfang an auf ihrer Seite. Bild: Bilder: Kiewel
Dass sie auch als solche wirken kann, ist dagegen umstritten. „Musik ist etwas, das uns abseits von Worten rein mit Klängen in Schwingung versetzt“, ist sich ein Kontrabassist des kleinen Kammerorchesters sicher. „Sie befreit uns aus den Starren des Alltags und öffnet die Geister“, beschreibt er weiter.
Das Konzert im Rahmen der Gesundheitswoche unter dem Motto „Musik als Medizin“ lockte zahlreiche begeisterte Zuhörer in die Stadthalle. Einen besonderen Höhepunkt bildeten hierbei einige Schüler der Klavierklasse von Gabriele König an der Jugendmusikschule. Souverän meisterten sie die Hürden der mehrhändigen Klaviermusik und begeisterten vor allem mit der „Polka Concertata“ von Paolo Canonica zu 16 Händen an zwei Klavieren.
„Ich habe an einem Konzertabend der Jugendmusikschule einmal ein Stück zu zwölf Händen gesehen, aber zu 16 Händen, das ist eine Herausforderung“, sagte Wilfried Duffner fasziniert. Auch zu zwölf Händen punktete das Klaviertrio König mit Mutter Gabriele, den beiden Töchtern Annemarie und Regina sowie Roland Lutz, Thekla Fischer und Angelina Haas. Bei ihrer mehrhändigen Interpretation zu „The Entertainer“ war höchste Konzentration gefragt.
Bereits das bekannte Stück „Die Moldau“ zu acht Händen entführte die Zuhörer auf eine musikalische Reise durch Tschechien, beginnend bei der Quelle des Flusses bis zu dessen Mündung. Große Fingerfertigkeit bewiesen auch Gabriele König mit Roland Lutz, Thekla Fischer und Angelina Haas bei dem Stück „Rondo“ von Bedrich Smetana.
„Das Konzert ist sehr mitreißend. Man sieht wirklich die Freude der Musiker am Spielen“, war Monika Kelm begeistert. „Musik ist doch die beste Medizin, das klingt nach“, war sie sich sicher und trat nach eigener Aussage deutlich entspannter den Heimweg an.
Auch ihre Begleitung Angelika Adam war sichtlich fasziniert von dem Spiel der jungen Klavierspieler. „Es ist sehr erfrischend und großartig, dass sich selbst junge Menschen der Musik in dieser Weise hingeben können“, beschrieb sie. Sie bereute es nicht, das Konzert besucht zu haben. „Dabei war die Konkurrenz durch den Tatort doch groß“, fügte sie schmunzelnd hinzu.
Das Kleine Kammerorchester unter der Leitung von Frank Scheuerle bewies ebenfalls Spielsicherheit. Angefangen bei Luigi Boccherinis Sinfonie in D-Dur bot das Orchester dem Publikum direkt zu Beginn einen Ohrenschmaus. Vor allem beim punktgenau abgestimmten Zusammenspiel mit dem Klaviertrio König punkteten die Musiker beim Publikum mit teils bekannten Melodien aus dem Repertoire von Wolfgang Amadeus Mozart. So war es nicht anders zu erwarten, dass das Kleine Kammerorchester und das Klaviertrio erst nach einer ausführlichen Zugabe die Bühne verlassen durften. Auch dem Titel des Konzerts „Musik als Medizin“ wurden sowohl das Orchester als auch die Pianisten mehr als gerecht. So erreichten sie ihr zu Beginn angestrebtes Ziel, die Zuhörer mögen doch gesünder nach Hause gehen, als sie gekommen waren.
