Mein
 

St. Georgen Kommissar erklärt Internet-Gefahren

Kriminalhauptkommissar Johannes Schmid überzeugte mit treffenden Argumenten im Vortrag „Mediale Herausforderung – Gefahren und wie man ihnen begegnen soll.“
Kriminalhauptkommissar Johannes Schmid überzeugte mit treffenden Argumenten im Vortrag „Mediale Herausforderung – Gefahren und wie man ihnen begegnen soll.“ | Bild: Müller

St. Georgen (wm) Deutlicher hätte es niemand sagen können als Kriminalhauptkommissar Johannes Schmid, dass der Dialog zwischen Eltern und deren Kindern sehr wichtig sei. Besonders dort, wo es um die Nutzung der Internet-Medien geht. Schmid ist an der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in Villingen tätig und er weiß wovon er spricht.

Am St. Georgener Thomas-Strittmatter-Gymnasium (TSG) gibt es die SEL-Gruppe (Schüler, Eltern, Lehrer) „Medienpädagogik“ deren Angehörige sich im vergangenen Jahr ausführlich mit diesem Thema beschäftigt haben. Die Gruppe lud nun Johannes Schmid zum Vortrag ein.

Rainer Happel, Lehrer am TSG, stellte in seinen einführenden Worten fest, dass“die Schüler oft schneller sind als ihre Eltern“, wenn es um die Nutzung des Internets geht. Eine Woche „ohne Glotze, kein Handy und kein Internet“, sich vorzustellen, sei durchaus schwierig, räumte Johannes Schmid zu Beginn seines Vortrags ein. Projizierte Buchstaben aus dem Fundus der neuen Jugendsprache und den Sinn von „hdgdl“, ließ Schmid kurzerhand unbeantwortet. Er stellte fest, „viele Söhne sind Chef im Haus und haben eine Freikarte“, was die Benutzung des Internets betrifft. Die rund 80 Besucher erfuhren, dass weltweit 100 Millionen Seiten im Internet zu finden sind.

Die Gefahren für die Jugendlichen, so Schmid, sind sehr groß und schell werden sie durch ein, zwei Klicks zuviel, zu Opfern. Ein Räuber muss nicht einmal das Haus verlassen um sein Unwesen zu treiben. Einzig das notwendige technische Wissen zu haben, sei Voraussetzung, Menschen um ihr Geld zu bringen.

Nicht alles sei schlecht im Internet, doch die Gefahr abgezockt zu werden, lauert auf einschlägigen Seiten zuhauf. Es gibt aber auch „non-mediale“ Freizeitaktivitäten im Internet zu finden. Beispielsweise unter (N)onliner Atlas 2008 gebe es Tipps zu einer anderen Freizeitgestaltung. Zur Handynutzung stellte Schmid fest, dass das Filmen von Gewaltszenen, um diese dann ins Netz zu stellen, stelle „möglicherweise eine neue Art der Mutprobe für Schüler und Jugendliche dar.“ Die „sexuelle Verwahrlosung“ tritt immer mehr in den Vordergrund und vor Kinderpornografie zu schützen „ist sehr schwierig.“ Dass Handykosten zur Schuldenfalle für Kinder und Jugendliche werden können, stimme bedenklich.

Hier hält Schmid nur etwas von konsequenter Aufklärung. Vor allem soll „Medienkompetenz aufgebaut“ werden und „es sind die Menschen die darüber diskutieren müssen.“ Dazu gehöre auch, mal auf dem Handy der Kinder nachschauen was „dort so alles gespeichert ist.“

Ironisch stellte Johannes Schmid fest: „Der Fehler sitzt oft vor dem Bildschirm“. Das Raunen im Saal könnte als Zustimmung gewertet werden. Widersprüchlich sei, dass sich der Staat an den Datenschutz halten solle, während im Internet persönliche Details bedenkenlos frei gegeben würden. Darüber, dass solche Daten praktisch unlöschbar durch das Internet fluten, mache sich keiner Gedanken. Die Privatsphäre sollte aus eigenem Interesse geschützt werden. Beispiele wie in Chat-Räumen kommuniziert werde, ließen die Verkümmerung der Sprache erkennen. Inzwischen ist es nachgewiesen, dass Jugendliche bei übermäßiger Nutzung des Computers einen schulischen Leistungsabfall erfahren. Zuletzt gab Johannes Schmid doch die Auflösung von „hdgdl“: Hab dich ganz doll lieb.

Regionale Produkte von Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein auf SÜDKURIER Inspirationen. Gleich Newsletter abonnieren und sparen!
Erlesene Bodenseeweine jetzt bei SÜDKURIER Inspirationen!
Korrekturhinweis
Neu aus diesem Ressort
St.Georgen
St.Georgen
St. Georgen
St. Georgen
St. Georgen
St. Georgen
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren