St. Georgen Kommentar: So klappt's
Zu viele halbherzige Projekte werden gestartet, die nach kurzer Zeit wieder in der Versenkung verschwinden. Entweder, weil sie niemand weiterverfolgt oder weil sie schon von Anfang an nicht darauf ausgelegt waren, länger zu bestehen.
Der kleine St. Georgener Verein „Gemeinsam anders leben“ zeigt, dass es auch anders gehen kann. Petra Misselwitz arbeitet trotz Down-Syndrom im Laden, und das nicht nur einmal pro Woche oder als „Projekt“, sondern mit einem Arbeitsvertrag. Dieser garantiert ihr eine Halbtagsstelle und Aufgaben, die sie darin bestätigen, dass eine Behinderung nicht zwingend den Ausschluss aus dem „normalen“ Erwerbsleben bedeutet.
Die Kunden wiederum kommen ganz unbefangen mit einem Menschen mit Behinderung in Kontakt. So einfach kann Integration funktionieren – ohne Worthülsen, „Projekte“ und Politiker, die meistens auch nicht wissen, wen sie eigentlich wie integrieren möchten.
