St. Georgen Integrationsbeauftragte in St. Georgen zieht erste Bilanz

Seit 1. Juni ist Antonia Musacchio Torzilli Integrationsbeauftragte in St. Georgen. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist der Aufbau und die Pflege eines kommunalen Netzwerks.

Seit 1. Juni ist Antonia Musacchio-Torzilli Integrationsbeauftragte der Stadt St. Georgen. Nach zwei Monaten zieht die Leiterin der Wirkstatt eine erste Bilanz ihrer Arbeit für die in der Bergstadt lebenden Flüchtlinge.

Im Prinzip ist das neue Aufgabenfeld für die neue Integrationsbeauftragte gar nicht so neu. Schon durch ihre Arbeit als Leiterin der Wirkstatt hat Antonia Musacchio-Torzilli viele Berührungspunkte mit der Flüchtlingsarbeit. Wohl auch deshalb wurde sie ausgewählt, als die Stadt St. Georgen die Zusage erhalten hat, mit Integrationsmitteln des Landes Baden-Württemberg eine auf drei Jahre befristete Stelle einer Integrationsbeauftragten zu schaffen.

"Ich bin noch bei der Erfassung des Ist-Zustandes. Wie viele Flüchtlinge leben in St. Georgen, wie viele davon leben in den Gemeinschafts-Unterkünften, wie viele sind in der Anschlussunterbringung, wo sind die Bedarfe", zählt Antonia Musacchio-Torzilli auf. Deswegen kann sie auch die aktuellen Zahlen vorlegen. Derzeit leben 45 Flüchtlinge in Gemeinschaftsunterkünften im ehemaligen Hotel Hirsch sowie in dem ehemaligen Ärztehaus in der Weidenbächlestraße. Dazu kommen 170 Personen in der Anschlussunterbringung. Nachdem die Flüchtlinge, die seit 2012 nach St. Georgen kamen, überwiegend Syrer und Tamilen, hier gut aufgenommen wurden, gelte es nun in einem weiteren Schritt, sie zu integrieren. Hierin sieht Antonia Musacchio-Torzilli den Schwerpunkt ihrer Arbeit. "Mein Zuständigkeitsbereich ist nicht die Einzelfallhilfe. Sondern der Aufbau und die Pflege eines kommunalen Netzwerkes Integration, um hier die Angelegenheiten der Integrationsarbeit zu bündeln und zu steuern.

Dazu gehört eine enge Zusammenarbeit mit örtlichen Akteuren wie beispielsweise den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern verschiedener Einrichtungen, etwa dem Roten Kreuz und dem Diakonischen Werk, Ehrenamtskoordinatoren, Schulen, Jugendhaus, Kitas sowie Beratungsstellen anderer sozialer Einrichtungen.

Integration heißt für Antonia Musacchio-Torzilli zudem, dass die Flüchtlinge Wohnungen finden, von Vereinen aufgenommen werden und letztlich auch in ein Arbeitsverhältnis kommen. "Letzteres ist nicht ganz einfach, da hier häufig mangelnde Sprachkenntnisse noch ein Hindernis sind. Dagegen läuft die Integrationsarbeit in Vereinen bereits ganz toll", sagt sie und zählt auf, dass der Fußballverein FV/DJK, die Budogruppe, der Turnverein und die Jugendmusikschule hier bereits sehr aktiv sind. Auch in den Schulen läuft die Integration sehr gut. "Schulleiter Jörg Westermann von der Gerwigschule engagiert sich hier sehr stark."

Eine Herausforderung sei es, Wohnraum für die Flüchtlinge zu finden. "Da es überwiegend Familien sind, benötigen wird eher größere Wohnungen", sagt die Integrationsbeauftragte, die aber auch weiß, dass nicht nur Flüchtlinge Bedarf an Wohnraum haben, sondern auch andere Personengruppen wie beispielsweise Alleinerziehende.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit der Integrationsbeauftragten ist die Vermittlung an Fachdienste, etwa das Jobcenter oder das Jugendamt sowie die Unterstützung und Begleitung der ehrenamtlichen Helfer. "Wir organisieren regelmäßig Fortbildungen für die Ehrenamtlichen, damit sie beispielsweise in Asyl- und Aufenthaltsrecht eine gewisse Rechtssicherheit haben." Darüber hinaus will Antonia Musacchio-Torzilli verstärkt integrationsfördernde Projekte und Maßnahmen sowie gemeinsame Aktivitäten mit den Vereinen anstoßen und sich mit den weiteren Integrationsbeauftragten im Landkreis vernetzen, "um hier gewisse Standards zu entwickeln."

 

Kontakt

Wer die Integrationsbeauftragte als Vermieter, Vereinsvertreter, Arbeitgeber oder ehrenamtlicher Helfer unterstützen möchte, kann sich ab 11. September bei Antonia Musacchio-Torzilli in der Wirkstatt melden. Telefon: 07724/918 305. Mail: wirkstatt.st-georgen@freenet.de. Oder beim Leiter der Bürgerdienste, Markus Esterle, im Rathaus. Telefon: 07724/87131. (spr)

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