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St. Georgen

Für Comedian Hennes Bender unfassbar: Hier wohnen Menschen

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Das Publikum kann nicht genug bekommen von Hennes Bender der sich so herrlich über Worthülsen und junge James- Bond-Darsteller aufregen kann. Bilder: Sprich

Ich bin zum dritten Mal hier, was habe ich falsch gemacht?“ – Was sich zunächst wenig schmeichelhaft anhört, ist die liebenswerte Art eines Ruhrpott-Comedian, seinem Publikum zu sagen, dass er gerne hier ist. Hennes Bender, einer der besten Vertreter seines Genres in der deutschen Comedylandschaft, gastierte in der Tat bereits zum dritten Mal beim Verein Puppen- und Theaterbühne im Theater im Deutschen Haus.

Entsprechend hoch war die Anspruchshaltung. Nicht beim Publikum, sondern bei Hennes Bender, der sich an das begeisterte Publikum der vergangenen Auftritte in St. Georgen erinnerte. Und auf die 100 Besucher in dem ausverkauften Haus konnte sich der Künstler auch dieses Mal verlassen. Auch wenn er noch immer verwundert darüber war, „dass hier im Schwarzwald Menschen wohnen“.

Wenngleich Bender noch einmal sein Programm „Egal gibt's nicht“ spielte, die Zuschauer konnten nicht genug kriegen von seinen Absurditäten. Er konnte sich über eine „Familienministerin, die keine Kinder will“ ebenso herrlich aufregen wie darüber, dass der aktuelle James-Bond-Darsteller mittlerweile jünger ist als er selbst: „Das macht mich echt fertig.“ Außerdem treibt ihn die Frage um, ob es nach Analogkäse auch Digitalwurst mit extra großen Pixeln geben wird. Immer wieder verknüpft der Bochumer Sprachunglücke und lokale Besonderheiten – zum Beispiel, wenn eine Fahrt mit dem Taxi in Berlin für ihn zum „inneren Reichsparteitag“ wird.

 

Hennes Bender spielt gerne auf der Puppen- und Theaterbühne.
Hennes Bender macht Comedy in bestem Sinne. Er zeichnet in den Köpfen der Zuschauer Bilder, die diese vermutlich nie wieder loswerden. Etwa, wenn diese künftig Herbert Grönemeyers Textzeile „Stuhl im Orbit“ aus dem Hit „Stück vom Himmel“ hören. „Als ich das Lied zum ersten Mal gehört habe, habe ich mir vorgestellt, dass da aus der Raumstation ISS eine kleine Luke aufgeht und dann ...“ Bender überlässt die weitere Deutung der Fantasie der Besucher, die ganz klar auf seiner Wellenlänge waren.

Dass der bekannte Comedian in St. Georgen schon fast heimisch ist, ist in erster Linie den Machern des Theaters, Ute und Helmar Scholz zu verdanken. Sie beweisen immer wieder Spürsinn für große Talente. Schon vor sechs Jahren, als der Komiker aus dem Ruhrpott am Anfang seiner Karriere stand, holten sie ihn nach St. Georgen. So etwas verbindet offenbar und so fühlt sich Bender in dem kleinen Theater außerordentlich wohl. Hier hat er die Nähe zum Publikum, die ihm in großen Hallen oft fehlt. Er blickte in der Show zurück an seinen ersten Auftritt im Theater. „Ich machte gerade eine Nummer, in der ich mich über Handys aufregte, als in der Garderobe mein Handy losbimmelte.“

Sympathisch auch, dass sich Bender in der Pause und nach dem Programm nicht in seine Garderobe zurückzog. Vielmehr mischte er sich ohne Berührungsängste unters Volk, um Autogramme zu schreiben und seine Bücher und DVDs zu signieren. Diese Kleinigkeiten machten den Abend für die Besucher, die teilweise aus Stuttgart und Schaffhausen angereist waren, zu etwas Unvergesslichem.

 

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Autor: Roland Sprich
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