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St. Georgen Flieger-Ausflug führt nach Marokko

So ganz „grenzenlos“ ist die Freiheit in der Luft auch nicht, wie von Reinhard Mey besungen. Das und mehr erfuhren die Besucher beim Vortrag von Martin Staiger bei der Kolpingsfamilie St. Georgen. Mit sieben flugbegeisterten Piloten, in drei Maschinen flog Martin Staiger im Juni 2013 von Schwenningen aus ins marokkanische Marrakech

Den Teilnehmern standen zwei Piper PA28 und eine Diamond DA28 zur Verfügung. Zunächst war der Flugplatz Mediteranée bei Montpellier das Ziel um dort Kraftstoff aufzunehmen. Beeindruckend waren die Bilder der Ardèche mit dem Einblick in die weithin bekannte Schlucht. Nicht minder beeindruckend war dann der Flug über die Pyrenäen, vorbei an Barcelona bis Castellon de la Plana.

Plötzlich kam dann Hektik auf, als die Piloten erfuhren, dass Marokko in der Hauptreisezeit freitags und samstags keine „Kleinflieger“ ins Land lässt. Der Flugplan nach Marokko muss zudem 24 Stunden vorher vorliegen.

Etliche Telefonate mit der Deutschen Flugsicherung waren notwendig bis die begehrten Papiere vorlagen. Ein Sprung zum Flugplatz Granada folgte, um von dort aus das Reisevorhaben fortzusetzen. Der Aufenthalt in Granada wurde recht teuer, denn für jede Maschine wurden 90 Euro Gebühren fällig. An Malaga vorbei, über den Felsen von Gibraltar, wurde das afrikanische Festland angeflogen.

Schlechtes Wetter veranlasst die Gruppe, die Landung nicht wie vorgesehen in Rabat, sondern in Tetouan vorzunehmen. Kräftiger Wind, kühle Witterung und etwas Niederschlag mit tief liegenden Wolken, eine Situation fast wie zuhause, empfing die Reisenden. Dafür wurde eine „alte Bekannte“ angetroffen. Bereits vor zwölf Jahren stand auf dem Flugplatz eine mechanische Handpumpe, um den Flieger zu betanken.

Beeindruckend war der Empfang am Zoll, auch die Hilfsbereitschaft bei der weiteren Flugplanung. Nur noch eine wärmende Gemüsesuppe, Pfefferminztee und Hühnchen-Couscous, retteten die Stimmung. Und einer der Teilnehmer kauft sich in Afrika eine wärmende Jacke.

Der Besuch des großen Souk, dem Markt in Marrakech, ist irgendwie verpflichtend und ebenso beeindruckend wie das Auftreten der Schlangenbeschwörer. Verlockende Düfte in einem bunten Bazar mit zahlreich fremdländisch wirkenden Eindrücken. In einem Geschäft faszinierten die Farben der Gewürzauslage.

Der Weiterflug von Marrakech nach Quarzazate erforderte wieder diplomatisches Geschick, denn es sollte ein Abstecher nach Zagora erfolgen. Über den Hohen Atlas und sichtbar werdenden Oasen ging der Flug vorbei an Dattelpalmen-Hainen und einem von König Hassan II. angelegten Stausee. Nach der Landung wurde vier Stunden mit dem Jeep die vorher überflogene Strecke, vorbei an Dromedaren, zurück gefahren, um von dort den Ausflug in die Wüste zu starten, unweit der Algerischen Grenze. Ein Jeep blieb gleich in der ersten Düne stecken und zu allem Pech verlor der andere Jeep am Hinterrad eine Mutter des Stoßdämpfers, was repariert werden musste. Der Flug führt weiter nach Fes, mit angesagter Stadtführung. Beeindruckend die Handwerkerviertel und die farbenprächtigen Gerbereien. „Viele Gerbmethoden sind uralt“, sagt Martin Staiger. Nach einem Zwischenstopp in Almeria folgte die Besichtigung der Stadt. Nach dem Rückflug über Castellon de la Plana, links am Mont Blanc vorbei, erfolgte die Landung wieder in Schwenningen, „mit einem kühlen Bier in der Fliegerklause.“


Königreich Marokko

Marokko ist ein Königreich im Nordwesten Afrikas. Vom europäischen Kontinent ist es durch die Straße von Gibraltar getrennt. Im Norden grenzt Marokko an das Mittelmeer, im Westen an den Atlantischen Ozean und im Osten an Algerien. Die Südgrenze des Landes ist wegen eines UN-Referendums über die künftige Zugehörigkeit der Westsahara international umstritten. Das Land ist seit 1956 unabhängig und seit 1992 eine konstitutionelle Monarchie. (wm)

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