Die Aktion war ein voller Erfolg: Als Beamte der chinesischen Verwaltungsbehörde für Industrie und Handel bei einer Razzia die Räume eines Ventilatorenhändlers in Beijing durchsuchten, wurden sie prompt fündig. Im Lager des Unternehmens, das kein Händler von Ebm-Papst ist, wurden laut einer Pressemitteilung des Unternehmens große Mengen gefälschter Ventilatoren entdeckt. Alle waren mit dem Markenlabel des deutschen Herstellers versehen.
Zunächst behauptete der Inhaber, es handele sich um Originalware. Als dann aber noch zehntausende kopierter Etiketten und die passenden gefälschten Druckplatten entdeckt wurden, gab er laut Pressemitteilung zu, die Ventilatoren aus Südchina zu beziehen, selbst zu Kabeln und als vermeintliche Originalware nach China und ins Ausland zu verkaufen. Da die Marke Ebm-Papst auch in China geschützt ist, beschlagnahmten die Beamten die Ventilatoren, Etiketten und Druckplatten und verwarnten den Händler.
„Ihn erwarten ein Zivilprozess und Schadensersatzforderungen“, erklärt Hauke Hannig, Pressesprecher der Ebm-Papst Unternehmensgruppe, auf SÜDKURIER-Nachfrage. Ebm-Papst arbeitet laut Hannig seit vier Jahren mit einem Dienstleister zusammen, der gezielt gegen Produktpiraterie vorgeht. Anlässe gebe es genügend. „Etwa wenn irgendwo gefälschte Produkte auftauchen“, so Hauke Hannig.
„Wir gehen davon aus, dass Fälschungen unserer Produkte einen Umsatzanteil von rund 150 Millionen Euro pro Jahr ausmachen, also 10 Prozent unseres Umsatzes“, sagt Hans-Jochen Beilke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Unternehmensgruppe. Abgesehen davon könnten die qualitativ minderwertigen Fälschungen den hohen Anforderungen an ein Ebm-Papst Produkt nicht gerecht werden.
Auch die chinesische Regierung sei inzwischen stark daran interessiert, Fälschungen im eigenen Land einzudämmen. „Die wollen ihre eigenen Ideen und Firmen auf dem Markt etablieren“, erklärt Pressesprecher Hauke Hannig. Marken- und Produktpiraterie seien da nicht gerade förderlich.

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