Mein

St. Georgen/Stockburg Die Frau von der Stockburger Mühle wird 90

Hilda Laufer feiert ihren Geburtstag mit Kindern, Enkeln und Urenkeln im Lorenzhaus. Früher meisterte sie die Bewirtschaftung der Stockburger Mühle im Alleingang – das Schicksal wollte es so.

Einst wohnte Hilda Laufer im Anwesen Mühle 1 im St. Georgener Stadtteil Stockburg. Seit einiger Zeit lebt sie im Lorenzhaus. Dort begeht Hilda Laufer heute ihren 90. Geburtstag im Familienkreis. Am 21. März 1927 erblickte sie als Hilda Staiger an der Halde in Stockburg das Licht der Welt.

Ihr Vater war Dachdecker und Landwirt. 1936 kaufte er die Stockburger Mühle, um diese seinem Sohn Wilhelm zu vererben. Doch alles kam anders als vorbestimmt: Der 1923 geborene Sohn fiel 1943 an der Front. Hilda Staiger wuchs ohne weitere Geschwister auf und übernahm später die Stockburger Mühle.

Die Schule besuchte sie in Peterzell. Damals war es nicht möglich, die Kinder mal schnell mit dem Auto zur Schule zu fahren. Deswegen war zwei al am Tag ein Fußmarsch notwendig. Nach dem Schulabschluss in Peterzell folgte der Besuch der Landwirtschaftsschule in Villingen. Daheim mussten Vater und Mutter bei der täglich anfallenden Arbeit in der Landwirtschaft unterstützt werden.

Als Hilda Staiger am 14. Juni 1949 ihren aus Mönchweiler stammenden Mann Karl Laufer heiratete, war am gleichen Tag auch die silberne Hochzeit der Eltern ihres Mannes. Karl Laufer spielte in der Musikkapelle Mönchweiler und damals war es guter Brauch, mit musikalischer Begleitung ins Wirtshaus zu ziehen. So setzte sich der Hochzeitszug – die Blasmusik vorneweg – auf der alten Bundesstraße von Mönchweiler bis zum Gasthaus Rößle in Stockburg in Bewegung. Heute undenkbar, doch damals kamen Autos in überschaubarer Menge am Hochzeitszug vorbei.

Vier Kinder, zwei Söhne und zwei Töchter stammen aus der Ehe mit Karl Laufer. Alle vier Kinder wurden am sechsten Tag des jeweiligen Monats geboren. Im Jahre 1968 verstarb der Ehemann und fortan bewirtschaftete Hilda Laufer den Hof mit seinen Einrichtungen. Unterstützt von ihren Kindern meisterte sie den Betrieb. Inzwischen hat sie neun Enkel und vier Urenkel.

Die Stockburger Mühle wurde bis 1968 für private Zwecke genutzt. Dass dort auch Strom für den Hof und das öffentliche Netz produziert wurde, ist weniger bekannt. Erst 2011 nahm Sohn Ernst einen neuen Generator am neuen Standort in Betrieb. Als Hobbys nennt Hilda Laufer den Trachtenverein St. Georgen, die Brigachsenioren und Landfrauen. Gerne unternimmt sie auch Halbtagesfahrten.

Erleben Sie den Komfort von SÜDKURIER Digital und erhalten Sie dazu das iPad Air 2 ab 19,90 € monatlich.
Frühling bei SÜDKURIER Inspirationen!
Korrekturhinweis
Neu aus diesem Ressort
St. Georgen
St. Georgen
St. Georgen
St. Georgen
St. Georgen
St. Georgen
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren
    Jetzt Newsletter anfordern:
    © SÜDKURIER GmbH 2017