St. Georgen Bildungszentrum baut aus Platznot um

Aus fünf Zimmern werden drei: Das Bildungszentrum St. Georgen hat Platzprobleme. Deswegen werden in den Sommerferien Wände herausgerissen und neue Räume geschaffen.

Ein Tag mitten in den Sommerferien. Von außen wirkt das Bildungszentrum wie verlassen. Der Eindruck täuscht. In den Klassenzimmern schrauben und schleppen Handwerker. Fünf Räume sind in diesen Tagen eine Baustelle, aus ihnen werden drei größere Zimmer. Der Umbau ist dringend nötig: Zu Schuljahresbeginn werden an Gymnasium und Realschule fünf neue fünfte Klassen beginnen – und alle sind fast oder genau 30 Schüler groß. "Alle Zimmer, die dafür ausreichend groß sind, sind bereits belegt", erklärt Ralf Heinrich, der Schulleiter des Thomas-Strittmatter-Gymnasiums. Kurzfristig entschloss man sich deswegen, neue Räume zu schaffen.

Aus vier recht kleinen Klassenzimmern im Obergeschoss des Gebäudes werden deswegen zwei wirklich große mit rund 100 Quadratmetern. Eine Spezialfirma aus der Nähe von Karlsruhe hat dazu die Tafeln abmontiert. In den nächsten Wochen werden St. Georgener Firmen die Wände herausreißen, neue Teppiche verlegen und die Elektrik neu einrichten. "Wir sind froh, dass sie sich so schnell bereit erklärt haben, die Aufträge zu übernehmen", so Heinrich. Erleichtert werden die Arbeiten dadurch, dass die Zwischenwände im Bildungszentrum nicht tragend und damit eher leicht auszubauen sind. Zusätzlich wird auch ein bisheriger Computerraum, der in dieser Größe verzichtbar ist, zu einem Klassenzimmer umgestaltet.

Der Umbau läuft für Heinrich unter dem Motto "aus der Not eine Tugend machen". Denn die neugestalten Klassenzimmer sollen einen Vorgeschmack darauf geben, wie das Bildungszentrum nach den großen Umbaumaßnahmen in den nächsten Jahren aussehen könnten. Am meisten zeigt sich das an der Medien-Ausstattung der neu gestalteten Räume. Die wird üppig und dreigeteilt: Links die klassische Projektionsfläche für Tageslichtprojektor und Beamer, in der Mitte eine klassische Tafel. Rechts wird ein Flachbildschirm mit rund zwei Metern Bildschirmdiagonale montiert, der Cyber-Classroom-tauglich sein wird, also mit 3D-Technik dargestellte künstliche Realität zeigen kann. Die Rückkehr zur bewährten Tafel in der Mitte ist das Resultat der Alltagserfahrung. Andere Lösungen, bei denen in der Mitte keine normale Tafel ist, hätten Nachteile, weiß Heinrich. Denn viele Lehrer, auch er selbst, wollten auf das Stück für Stück gezeichnete Tafelbild nicht verzichten – nur ist das eben nur auf einer Tafel möglich. Bei der sonstigen Möblierung des Zimmers ändert sich vorerst noch nichts, Tische und Stühle werden noch die alten bleiben. Heinrich geht davon aus, dass die Kosten des jetzigen Umbaus unter 50 000 Euro bleiben werden.

Profitieren werden von den drei neugestalteten Räumen vor allem die künftigen Fünftklässler. Eine Gruppe des Gymnasiums und zwei der Realschule werden sie zum kommenden Schuljahresbeginn als Klassenzimmer belegen.


Was langfristig gebaut wird

Gegenüber den Umbauten, die in den nächsten fünf bis zehn Jahren anstehen, sind die derzeitigen Arbeiten eine Kleinigkeit. Einige Millionen wird es kosten, das Schulzentrum "für die nächsten 30, 40 Jahre fit zu machen", wie Ralf Heinrich sagt.

  • Der Plan: Was genau gabaut wird, ist noch nicht bekannt. Aber: Man befindet sich in Phase 0, so Heinrich, also der letzten Phase vor dem Bau. Das heißt, einzelne Elemente werden bereits ausprobiert. Als Beispiel etwa Sitz- und Lernnischen für Schüler, die in der Versuchszeit aus Pappe aufgebaut wurden. Sie wurden gut angenommen und werden Eingang ins Gesamtkonzept finden. Andere Versuche, etwa Stehtische in den Gängen aufzubauen, fielen bei den Schülern im Alltagstest dagegen durch.
  • Das Ziel: Ein Überlinger und ein Schweizer Schularchitekten-Büro arbeiten am Gesamtkonzept, im Herbst soll es dem Gemeinderat vorgestellt werden. Laut Heinrich geht es dem St. Georgener Schulnetzwerk vor allem darum, dass sich jeder Schüler an seiner Schule zu Hause fühlt. Und das auch dann, wenn er die Schulart wechselt. Dafür sei es laut Heinrich etwa auch denkbar, dass in allen St. Georgener Schulen dieselben Stühle und Tische aufgestellt werden. Vor allem wird aber viel gebaut werden, besonders am Schulzentrum. Ein Thema beim Schulkonzept wird auch sein, wo künftig eine Mensa für alle Schulen stehen wird. (dod)

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