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St. Georgen Avatar soll den Titel bringen

17.07.2010
St. Georgen -  Tennenbronn – Leicht gleitet der Pinsel über die Haut und hinterlässt feine weiße Linien. Im Zusammenhang bilden sie ein scheinbares Geflecht auf dem Gesicht von Fiona Günter.
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Regungslos sitzt die 15-Jährige da und verzieht keine Miene. Auch nicht, als der Pinsel über die sensible Nase fährt. „Da fühlt es sich ein bisschen komisch an“, sagt das Nachwuchsmodel und lächelt schüchtern.

Ganz still sitzt sie da – während Evelina Iacubino ihr Gesicht bemalt. Nicht zum ersten Mal sitzt sie im Wohnzimmer der Tennenbronner Face- und Body-Painterin, die für ihre Körper- und Gesichtsbilder schon etliche Preise eingefahren hat. Doch heute ist ein besonderer Tag: Evelina Iacubino übt das Motiv für die Weltmeisterschaft, die heute in Österreich stattfindet.

Stolz ist Fiona Günter stets, wenn ihr Gesicht dann endlich nach einigen Stunden fertig bemalt ist. „Wenn ich nach Hause gehe, warte ich immer, bis alle da sind“, sagt sie. Erst wenn jedes Familienmitglied das Gemälde auf ihrem Gesicht bewundert hat – erst dann geht sie unter die Dusche. Einmal – an der Fasnet – verließ sie das Haus von Evelina Iacubino als Vampir. Ihr Weg führte nicht unter die Dusche sondern direkt in die Kirche. „Die in der letzten Reihe haben es vielleicht nicht gesehen“, lacht sie. Der Pfarrer hat nichts gesagt – und der kleine Vampir hat einfach seinen Dienst als Ministrant gemacht.

In der Zwischenzeit hat Evelina Iacubino zum Schwamm gegriffen. Auf dem Tisch stehen verschieden Blautöne in kleinen Töpfchen. Ein rascher Wischer durch das dunkle Blau und dann durch das hellere. „Man kann nicht immer alle Farben haben“, erklärt die Künstlerin. Deshalb mischt sie den himmelsblauen Ton. Wischen und tupfen auf Fionas Gesicht. Langsam verschwindet der natürlich Ton der Haut. Nur die Fläche innerhalb der weißen Linien bleibt frei.

Gelb, Orange und Rot leuchtet es mittlerweile in der Region von Fionas Nase, Mund und Augen. Auch auf dem Lid wird Farbe aufgetragen. „Lass die Augen noch etwas zu, damit die Farbe nicht abdrückt“, weist Evelina Iacubino ihr Model an. Fiona gehorcht ohne eine Widerrede.

Die Phantasie kennt in dem Stadion des Face-Paintings noch keine Grenzen. Ein Schmetterling könnte entstehen oder eine tropische Blume oder vielleicht doch etwas ganz anderes. Erst als sie den Pinsel in die schwarze Farbe taucht und feine Linien auf rot, orange und gelb zeichnet bekommt das Motiv Klarheit. Der blumenhafte Schmetterling entpuppt sich als ein Drache. Ein Drache aus einer anderen Welt – Pandora, aus dem Kinofilm Avatar.




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Tennenbronn  Evelina Iacubino
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