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St. Georgen Angst vor Giftködern: St. Georgener Tierarzt sieht keine Gefahr

Hundehalter teilen derzeit ihre Ängste vor Giftködern in sozialen Netzwerken. Doch die Angst scheint unbegründet, denn Veterinär Michael Zeller und die Polizei haben derzeit keine Anhaltspunkte für wirkliche Vergiftungen. In den 22 Jahren gab es in St. Georgen nur einen einzigen nachgewiesenen Vergiftungsfall.

Stellt ein Tierquäler Hunden und Katzen in der Bergstadt nach? Auf Facebook fügen sich dieser Tage mutmaßliche eigene Beobachtungen und Erzählungen Dritter zu einer aufgeregten Alarmierung. Doch der Tierarzt Michael Zeller winkt ab. In 22 Jahren Praxisbetrieb in St. Georgen sei ihm ein einziger konkreter Vergiftungsfall untergekommen. Als ein Hund vor etwa sieben Jahren durch Rattengift zu Tode kam, habe vermutlich eine fahrlässige Anwendung des Schädlingsbekämpfungsmittels eine Rolle gespielt. Auch bei der Polizei ist im Bereich St. Georgen, Furtwangen, Triberg keine Anzeige wegen einer mutmaßlichen Vergiftung aktenkundig. Die letzte Anzeige, so Polizeisprecher Thomas Sebold, stamme aus Villingen, datiere aus dem November 2015 und sei mit keinem schädlichen Ereignis verbunden gewesen.

Im Gegensatz die Eintragungen im sozialen Netzwerk: Eine Frau spricht von zwei getöteten Hunden und einer Katze, eine andere von einem Todesfall durch einen Hackfleischköder, der zusätzlich mit Reißzwecken bestückt gewesen sein soll. Verortet werden die Vorfälle im Bereich Industriestraße, Klosterweiher, Stadtgarten. Als Hilfeangebot hat ein User angekündigt, bei entsprechender Genehmigung Warnplakate im Stadtgebiet aufzuhängen.

„Wegen Giftködern kam bei mir niemand in die Praxis“, wirbt Tierarzt Zeller um eine Beruhigung. In vielen Situationen sei „Vergiftung“ die Standarddiagnose von Laien: am Ende aber unberechtigter Weise. Unbenommen hätten Vergiftungsfälle zugenommen, seien aber aktuell kein Thema: auch nicht im Vertreterring, einer regelmäßigen Zusammenkunft von Veterinären zwischen Rottweil und Donaueschingen.

Verstöße gegen das Tierschutzgesetz werden angezeigt und verfolgt, kontert Sebold einen Vorwurf. Dieser lautet, die Polizei klassifiziere Attacken auf Haustiere als reine Sachbeschädigung und bremse bei der Strafverfolgung. Das Problem in diesen Fällen so Seibold, sei das Fehlen von Tatverdächtigen. Eine ruhende Ermittlung könne bei neuer Beweislage erneut aufgegriffen werden.

Auf die Beunruhigung der Tierhalter reagiert der Verein der Hundefreunde mit einem Kursangebot. Die Schulung „Futterverweigerung“ dauert vier Wochen bei zwei Wochenstunden und beginnt am Freitag, 5. Februar, 15 bis 17 Uhr. Infos und Anmeldung sind unter 01 70/9 02 91 23 möglich.

 

Schnell reagieren

Zeigt der Hund auffällige Symptome, die mit der Nahrungsaufnahme zu tun haben könnten, sollte unverzüglich ein Tierarzt aufgesucht werden. Mit einer Spritze kann in den meisten Fällen geholfen werden, auch wenn es sich nicht um eine Vergiftung handelt. Bei Katzen treten laut Tierarzt Michael Zeller diese Symptome eher selten auf. Sie sind sehr selektiv bei der Nahrungsaufnahme. (wur)

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