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Schwarzwald-Baar-Kreis

TypischFrau Zeitbomben für das Wohlbefinden

15.09.2009
Zum Thema


Stellen Sie sich ein schimmliges Brot vor, so richtig grün und gelb oder gar mit schwarzen Flecken. Würden Sie da hinein beißen? Ganz sicher nicht. Abgrundtiefer Ekel bis hin zu Würgereizen halten uns davor ab. Warum schauen aber so viele Menschen einfach weg, wenn sich in ihrer Wohnung oder im Haus an manchen Ecken Schimmel zeigt? Die Gesundheitsgefahren sind eigentlich die gleichen. Ob Schimmel mit seinen giftigen Inhaltsstoffen durch den Magen-Darm-Trakt in den Menschen gelangt oder über seine Atemwege – in jedem Fall muss er schwerwiegende Gesundheitsprobleme befürchten. Über das Thema von gefährlichem Schimmel in Häusern und Wohnungen machen Hanno Hör und Peter Scheu in ihrem Vortrag für „typisch frau“ am Mittwoch, 16. September, ab 20 Uhr im Gasthaus „Jägerhaus“ in Villingen aufmerksam. Gleichzeitig informieren Sie über einen wirksamen Schutz und die enormen Leistungen eines Schimmel-Hundes, um diese tickenden Zeitbomben für das Wohlbefinden aufzuspüren.

Schätzungsweise 15 Prozent, Fachleute meinen sogar über 25 Prozent der heutigen Wohnungen und Häuser sind mit Schimmelpilzen verseucht. Es gibt schätzungsweise 250 000 Arten davon, viele davon sehr gesundheitsgefährlich bis hin zu krebsauslösend. Nicht der Pilz an sich ist dabei schädlich, sondern das, was er an die Umwelt abgibt. Es heißt im Fachjargon MVDC und es sind flüchtige organische Verbindungen. Damit werden oft chronische Leiden beim Menschen ausgelöst, auf die sich Ärzte keinen Reim machen können. Deshalb wäre es wichtig, Kontakt mit Hanno Hör und seinen professionell ausgebildeten Spürhunden aufzunehmen.

Nach jahrelanger Praxis vertraut der 39-jährige seinen Hunden „Flecki“ und dem Junghund „Flipp“ zu 100 Prozent. Menschen verfügen über etwa 30 Millionen Geruchszellen, die leider nach 15 Sekunden schon „abstumpfen“ und nichts mehr wahrnehmen. Hunde besitzen 220 Millionen Geruchszellen, die nie gesättigt sind. Hören die Atembeschwerden nie auf, läufen ständig Nase und Augen, kratzt irgendetwas im Hals oder löst Husten aus, gibt es Hautausschläge oder andere Formen von Allergien, sind die Stirn- und Nebenhöhlen ständig entzündet: Dann lohnt es sich, den Spürhund von Hanno Hör einmal durch das Gebäude zu lassen. Mit Feuereifer macht der seinen Job und kratzt in seiner Leidenschaft auch einmal eine Teppichleiste ab. Doch das macht er nur, wenn er Schimmel riecht und dann muss die Leiste sowieso ab, wenn nicht gar das gesamte Mauerwerk saniert werden. Erst kürzlich schlug „Flecki“ in einer Stockacher Turnhalle lautstark an. Die an den signalisierten Stellen entnommen Proben alarmierten die Behörden derat, dass sie die Turnhalle sofort schlossen. Es durfte niemand mehr ins Innere, noch nicht einmal das eingeschlossene Turnzeug holen.

Ein starker Regen im Juli hatte dazu geführt, dass in den feuchten Wänden und Decken sich der Schimmelpilz explosionsartig vermehrte. „Flecki“ und sein leider verstorbener Vorgänger „Falko“ retteten schon so manchem Menschen die Gesundheit. Der Junghund „Flipp“ wird gerade auf seine Aufgaben vorbereitet. Hanno Hör machte dazu eine mehrmonatige Ausbildung zum Schimmeltechniker in Schweden. Dort gehört es zum Standard, Häuser oder Wohnungen vor dem Kauf von einem Schimmel-Spürhund kontrollieren zu lassen. Deshalb wählte sich Hanno Hör auch dort einen der besten Hundetrainer aus, um sein Wissen genau zu lernen.

Der Hund arbeitet immer hochpräzise, nur manchmal kann das Herrchen die Zeichen nicht richtig erkennen. Die Laborwerte kommen in der Regel nach spätestens zwei Wochen und beweisen in fast 100 Prozent der Fälle, dass der Hund Recht hatte. Deshalb wird auch nicht mit Leckerle gearbeitet. Der Erfolg könnte erst nach zwei Wochen belohnt werden. So machen „Flecki“ und „Flipp“ einfach nur ihre Arbeit – und das mit großer Leidenschaft. Gegenüber Drogen-Spürhunden haben sie als Schwierigkeit zu meistern, dass Schimmelsporen überall in der Luft vorkommen. Schimmel-Hunde sind darauf trainiert, hohe Konzentrationen aufzuspüren.

Und wie bei der Stockacher Turnhalle bewahrten sie viele jungen Menschen vor schweren Gesundheitsschäden. Darin liegt für Hanno Hör die Faszination der langen Ausbildung und deren Kosten in Höhe von rund 20 000 Euro. Mit seinen Hunden kann er Menschen unglaublich helfen, weil endlich die Ursache für deren Beschwerden entdeckt wird. Rein optisch ist oft gar kein Schimmel zu entdecken. Aber wehe, wenn die Tapete abgerissen wird… Schimmel ernährt sich an kühlen und feuchten Stellen von Tapete, Kleister, Erde, Kunststoff, Holz, Wolle, Baumwolle, Matrazen, Früchten, Gemüse, Tierkot, Staub und so fort. Bis in den 60er-Jahre kannten die Menschen in den Häusern kaum Schimmelpilz-Probleme. Die meist undichten Holzfenster und der Zug vom Kacheloffen ließen Pilze nicht keimen. Er benötigt dafür etwa 70 bis 80 Prozent Luftfeuchtigkeit. Die kommt aus der Atemluft der Bewohner, vom Kochen, Waschen oder Duschen. Das Kondenswasser schlägt sich irgendwo nieder. Die Probleme in alten Häusern kommen dagegen oft von fehlerhafter Wasser- und Abwasser-Installation, undichten Dächern und Regenrinnen. Hier kommt es zu einer tückischen Wandfeuchte, in denen sich Pilze absolut wohl fühlen.

Zusammen mit Hanno Hör hält auch Bausachverständiger Peter Scheu den Vortrag und sagt klipp und klar, was gegen Schimmel im Haus zu tun ist: „Er ist zu beseitigen.“ Das Sprühmittel aus der Drogerie hilft so gut wie gar nicht, weil sich Schimmel auch in trockenem Zustand immer noch verbreiten kann. Ein Windhauch nimmt Sporen mit und verteilt sie im ganzen Haus. Aber auch hier kann der Schimmel-Hund Kosten sparen, weil er zielgenau die verseuchten Stellen im Haus anzeigt.

Neuere Häuser könnten aber ebenfalls mit Schimmel befallen sein. Oft werde heute im Winter gebaut, die Wände ungenügend ausgetrocknet oder gar nicht gegen Regen geschützt. Dann sorgt ein Vollwärmeschutz mit Styropor zum Beispiel dafür, dass im Haus Zustände herrschen wie in einer Thermoskanne. „Das ist zwar gut für die Energiebilanz, aber auch für den Schimmel…“, gibt Peter Scheu als Bausachverständiger zu bedenken. Aber die eigene Gesundheit müsste es einem Wert sein, auch größere Umbauten gegen Schimmelpilze vorzunehmen. Schließlich käme keiner auch nur auf die Idee, in ein verschimmeltes Brot zu beißen.

Sabine Przewolka

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