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19.02.2013  |  von  |  0 Kommentare

Schwarzwald-Baar-Kreis Wie aus elektrischem Strom Kunst entsteht

Schwarzwald-Baar-Kreis -  Ausstellungseröffnung für „Performance Electrics“ in der Städtischen Galerie Villingen-Schwenningen

Bei der Vernissage: Galerieleiter Wendelin Renn, OB Rupert Kubon und Künstler Pablo Wendel.  Bild: Thiele



Wird elektrischer Strom, schöpferisch von Künstlerhand erzeugt, selbst zum Kunstwerk? Er wird es. Pablo Wendel jedenfalls ist davon überzeugt. Seit Samstag zeigt der Künstler in der Städtischen Galerie in VS-Schwenningen, wie diese Transformation möglich wird. „Performance Electrics“ lautet der Titel der neuen Ausstellung, die mit einer inspirierenden Vernissage eröffnet wurde.

Erfreulich viele Freunde der Galerie waren der Einladung von Galerieleiter Wendelin Renn gefolgt. Unter ihnen Oberbürgermeister Rupert Kubon, Professor Michael Hampel, der Prorektor der Trossinger Musikhochschule, der Trossinger Bildhauer und Maler Wendelin Matt mit seiner Frau Maria sowie die Grünen-Bundestagsabgeordnete Susanne Kieckbusch, die zusammen mit ihrem Ehemann, dem Pianisten und Komponisten Uli Johannes Kieckbusch gekommen war.

Für Pablo Wendel, der sich sichtlich freute, dass so viele Besucher gekommen waren, ist die schöpferisch gewonnene elektrische Energie – „Kunststrom“ also im wahrsten Sinne des Wortes – alles andere als nur „L'art pour l'art“ – Kunst um der Kunst willen. Um seinen Strom auch an möglichst viele kunstsinnige Zeitgenossen zu bringen, sprich: zu verkaufen, hat er ein eigenes Unternehmen gegründet: die Performance Electrics, kurz PE, eine gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH), die der Ausstellung auch den Titel gegeben hat.

Performance Electrics – dieser Name erinnert an den amerikanischen Konzern „General Electric“, der mit seinen rund 300 000 Mitarbeitern zu den größten in der Welt zählt. Das wiederum deute auf „die selbstbewusste Kampfansage Davids an Goliath“, meinte Werner Meyer, der Leiter der Kunsthalle Göppingen, der in die Hintergründe im Schaffen Pablo Wendels einführte. Meyer erinnerte die Zuhörer daran, dass das Thema Energie zu den zentralen Fragen der menschlichen Zukunft zählt. Pablo Wendels Schaffen wolle ganz in diesem Sinne neue Impulse für eine philosophische, ethische und künstlerische Reflexion geben. „Wenn Energiegewinnung und Ästhetik eine Allianz eingehen, dann ist das ist ein absolut neuer Weg in der Kunst“, zeigte sich Oberbürgermeister Rupert Kubon beeindruckt. Dass auch die Mädchen und Jungen der Christy-Brown-Schule für Körperbehinderte in den kommenden Wochen aktiv in die Kunststrom-Performance mit einbezogen werden, darüber freute sich der Oberbürgermeister besonders.

Im Vorfeld der Ausstellung wurde im vergangenen Jahr in Zusammenarbeit mit der Trossinger Musikhochschule ein Kompositions-Wettbewerb ausgeschrieben. Der internationale Kompositionsnachwuchs war dazu eingeladen, den Trossinger „Open Source Guitars“ ein Werk in der variablen Besetzung von acht bis zwölf Gitarren zu schreiben. Die Jury hat den ersten Preis in Höhe von 3000 Euro dem irischen Künstler Paul McGuire zugesprochen. Seine Tondichtung „Marshes“ für sechs E-Gitarren, sechs Stahlsaiten-Gitarren und zwei E-Bässe wird im Rahmen der Finissage am 21. März uraufgeführt. (Eine Besprechung der Ausstellung folgt auf der überregionalen Kulturseite).

Öffnungszeiten: Di - So 10-12 und 14-17 Uhr, Mo geschlossen.

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