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Schwarzwald-Baar-Kreis Synagogen-Bau kommt voran

Die Jüdische Gemeinde baut ein neues Zentrum, die Grundsteinlegung wird am 20. März gefeiert. Die Synagoge ist ein sichtbarer Ausdruck der Freundschaft und als offenes Haus gedacht, als Treffpunkt für alle Menschen.

Es geht offenbar zügig voran mit dem Neubau der Synagoge für die Israelitische Kultusgemeinde Rottweil/Schwarzwald-Baar. Die regionale Kultusgemeinde sowie die Israelitische Religionsgemeinschaft Baden (IRG) feiern am 20. März die offizielle Grundsteinlegung auf dem Baugelände am Rande von Rottweils mittelalterlichem Innenstadtkern.

Die Umsetzung des in der Region einzigartigen Bauprojekts hatte am 20. August vergangenen Jahres mit dem symbolischen ersten Spatenstich begonnen. „Inzwischen sind Fundament, Bodenplatte und Kellergeschoss errichtet“, freut sich Rami Suliman, der Vorsitzende der IRG, jetzt in der Einladung zur Grundsteinlegung.

Der Neubau soll über die Funktion als Synagoge hinaus ein komplettes jüdisches Gemeindezentrum werden – mit Büros, einem Veranstaltungsraum, einem Jugend- und einem Seniorenraum. Ferner sind eine koschere Küche und eine Mikwe – also ein rituelles Bad – vorgesehen. Die Synagoge sei ein sichtbarer Ausdruck der Freundschaft und als offenes Haus gedacht, als Treffpunkt für alle Menschen, hatte Suliman beim symbolischen Spatenstich gesagt.

Diese Offenheit gegenüber der Stadt und anderen Religionen soll sich auch in der Architektur ausdrücken: Keine Begrenzungsmauer, kein Zaun soll den Bau von seinem Umfeld abtrennen, wie das bei manch anderen Synagogen der Fall ist. „Das Gebäude öffnet weit die Arme“, hatte Architekt Tobias Thiel erklärt. Die Gestaltung soll einem dreiteiligen Zelt ähneln, angelehnt an das Stiftszelt, das Moses einst im göttlichen Auftrag errichtet haben soll.

Die Verantwortlichen für das Projekt rechneten damals mit etwa 18 bis 20 Monaten Bauzeit. Die Kosten von etwa vier Millionen Euro werden zum größten Teil von der örtlichen Kultusgemeinde und der IRG bezahlt, ein weiterer Teil der Kosten soll über Spenden finanziert werden.

Gemeinde braucht ein neues Domizil

 

Der Neubau soll den gewachsenen Raumbedarf der jüdischen Gemeinde in der Region abdecken. Denn nach der Vertreibung und Ermordung der jüdischen Bürger unter der nationalsozialistischen Herrschaft zeugten vom jüdischen Leben in Rottweil lange Zeit nur ein früheres Synagogen-Gebäude und ein Friedhof. Aber vor allem durch Zuzug von Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion ab den 1990er Jahren etablierte sich nach und nach wieder eine jüdische Gemeinschaft in der Region.

Seit Dezember 2002 gibt es in Rottweil nun eine jüdische Gemeinde, die ihren regionalen Anspruch auch im Namen trägt: Israelitische Kultusgemeinde Rottweil/Villingen-Schwenningen. 2004 hatte sie etwa 140 Mitglieder. Seit damals nutzt sie Räume in der Oberen Hauptstraße mitten in Rottweils historischer Innenstadt. Inzwischen zählt die Gemeinde gut 270 Mitglieder.

Nun erhält die Gemeinde eine neues Domizil, das dem religiösen und sozialen Leben einer jüdischen Gemeinde den passenden Rahmen bieten soll. Wobei das Projekt auch schwierige Zeiten erlebte. Denn der Neubau ist schon seit bald sechs Jahren avisiert und der Baustart sollte schon 2014 erfolgen. Dann aber war das Vorhaben erst einmal blockiert, als beim IRG-Oberrat finanzielle Unregelmäßigkeiten aufgedeckt wurden und geklärt werden mussten.

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