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12.12.2012  |  von  |  0 Kommentare

Schwarzwald-Baar-Kreis So macht der Winter Spaß Winterwonnen pur: Tolle Schnee-Abenteuer für die ganze Familie

Schwarzwald-Baar-Kreis -  Wenn der Schnee weiß glitzert, dann laden unberührte Flächen die Snowkiter dazu ein, mit dem Wind um die Wette zu cruisen und ganz nach Gusto durch die Landschaft zu carven. Wie das funktioniert?

Am Feldberg, mit 1493 Metern der höchste Gipfel der Ferienregion Schwarzwald, zeigen Snowkiter in der Senke zwischen Seebuck und Feldberg ihre Fahrtechnik.  Bild: Achim Mende/STG

Wenn sich alles in eine weiße Winterwelt verwandelt, dann kann man nach Herzenslust immer mit dem Wind durch die Landschaft cruisen und carven.  Bild: Achim Mende/STG

Bernau im südlichen Schwarzwald: Snowtubing im Hochtal. Auf bunten Reifen sausen Jung und Alt rasant eine Rodelstrecke hinunter.  Bild: TI Bernau

Schneeschuhwandern im Ferienland Schwarzwald. Dazu gehören Schönwald, Schonach, Triberg, Furtwangen und St. Georgen.  Bild: Das Ferienland Schönwald



Man lässt sich an einer Art Lenkdrachen (Kite) vom Wind über den Schnee ziehen. Zur Ausrüstung braucht es neben Ski oder Snowboard einen Helm, ein Trapez zum Steuern der Leinen und natürlich das Zugsegel selbst.

Ab einer rund 20 Zentimeter hohen Schneedecke ist dieses besondere „Wind-Spiel“ bereits möglich. Im Schwarzwald gibt es mittlerweile zahlreiche Orte, um den neuen Wintersport auszuüben. Aus ganz Europa reisen die Snowkiter an. Auf dem Feldberg, am Schauinsland bei Freiburg, in der kleinen Kurstadt Bad Dürrheim, in Höchenschwand oder Nöggenschwiel, Eisenbach, Grafenhausen, Stühlingen und auch Bonndorf, um nur einige zu nennen, lässt sich schon bei den ersten Luftsprüngen Höhenluft schnuppern.

So ein Kite ist ein zehn bis zwölf Quadratmeter großes Segel, mit dem sich der Skisportbegeisterte an rund 20 Meter langen Leinen vom Wind ziehen lässt. Ausreichend Wind vorausgesetzt, klappt das bergauf, genau so gut wie bergab. Am besten jedoch funktioniert es auf weiten baumfreien Kuppen oder flach geneigten Hängen des Schwarzwaldes. Grundsätzlich lässt sich aber überall snowkiten, wo genügend freie Flächen es zulassen. Eines ist sicher: Erfahrungen im Skifahren oder Snowboarden sind eindeutig von Vorteil, lässt sich doch ein Tempo bis zu 50 Stundenkilometern und mehr erreichen. Wobei auch hier das Snowkiten auf Skiern deutlich leichter sei, als auf dem Snowboard, wie Profis der Fun-Sportart erklären.

Apropos sicher: Bevor es losgeht, steht immer die Theorie, denn ein paar Grundlagen müssen einfach sein, weiß Helmut Hils aus eigener Erfahrung. Der Snowkite-Lehrer aus Bad Dürrheim betreibt gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Markus Pompl, der übrigens Weltmeister und fünfmaliger Deutscher Meister im Snowkite Race ist, seit einigen Jahren erfolgreich die Flug- und Snowkite-Schule Schwarzwald-Baar.

Hier lernen Anfänger Step by Step den adäquaten Umgang mit dem Sportgerät. Die Kurse sind in vier Schritten aufgebaut.

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Schüler ohne Vorkenntnisse lernen im ersten Schritt die Grundlagen rund um Wind und Wetter. Dann geht es direkt in medias res und das Kitehandling steht im Mittelpunkt des zweiten Kursteils. Fakten rund um den Aufbau, das Sichern und natürlich Starten und Landen des Kites gehören ebenso dazu, wie das Wissen um die Revierauswahl und ganz allgemein der sichere Umgang mit dem Sportgerät.

Speziellen Gefahren und Besonderheiten wird sich im dritten Teil des Grundkurses gewidmet und neben dem Fahren auf Schnee wird der Richtungswechsel genauer betrachtet. Schließlich werden zum Abschluss des Lehrgangs verschiedene Kurse gefahren, gelernt die Höhe zu halten und „aufzukreuzen“.

Die Strecken werden von den beiden Kitetrainern stets höchstpersönlich getestet, wie Hils weiter berichtet. Jeder Schüler, der weiß, was Luv, Lee und ein Windfenster sind und somit auch sicher beurteilen kann, wann und wo es Wind gibt, der kann damit beginnen, sich über die Schneefläche ziehen zu lassen. „Wir unterrichten nie mehr als vier Personen in einem Kurs“, verrät Hils einen Part des Erfolgsrezeptes der Snowkite-Schule.

Was machen Snowkite-Begeisterte eigentlich, wenn es einfach nicht so recht schneien will? Dann kann man mit den Profis Hils und Pompl aus Bad Dürrheim von Donaueschingen aus zum Silvaplanersee bei St. Moritz oder zum Berninapass fliegen, um dort zu kiten.

Nicht zu bremsen: Snowtubing

Sie sehen aus wie überdimensionale, aufblasbare Schwimmreifen oder knallbunte Autoreifen mit Haltegriffen: Snowtubes. Reinsetzen, drauflegen – ganz wie man möchte – und schon geht sie los, die wilde Schussfahrt. Hier scheitern alle Lenkversuche, steuern ist einfach nicht möglich, denn der Reifen macht, was er will und in zahllosen Drehungen rutscht man die Bahnen mit einem Tempo von bis zu 40 Stundenkilometern hinunter.

Mitte der 90er Jahre wurden in den USA die ersten Snowtubing-Anlagen gebaut. Und rasend schnell entwickelte sich diese neue Idee zu einer der beliebtesten Fun-Sportarten für die ganze Familie. Vor einigen Jahren kam Snowtubing dann nach Europa und erfreut sich heute bis in den Schwarzwald hinein größter Beliebtheit.

Im „Snowtubing-Park“ von Bernau beispielsweise wurden am Loipenzentrum gleich drei Bahnen angelegt. Im Affenzahn sausen Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf den bunten Reifen hier die gewalzten Pisten hinunter. Und das besondere Winterhighlight: Wenn es genügend Schnee hat, wird die sogenannte „Horrorbahn“ mit Steilwandkurven präpariert. Weil alle Bahnen durch Schneewälle begrenzt sind und obendrein am Bahnende eine ausreichende Auslauffläche bieten, ist auch dieser Fun-Sport nicht nur eine äußerst vergnügliche, sondern auch eine sichere Sache.

Schneeschuhe:

Alle wandern mit

Der Feldberg ist berühmt für seine Pioniere: So hat zum Beispiel ein französischer Konsulatssekretär mit Namen Dr. Pilet das Schneeschuhlaufen Ende des 19. Jahrhunderts im Schwarzwald eingeführt. Einst diente dieses Fortbewegungsmittel keineswegs dem Freizeitvergnügen, sondern war die effektivste Möglichkeit, um die teils sehr weit auseinanderliegenden Schwarzwaldhöfe zu erreichen. Heute sind Schneeschuhe auch nicht mehr aus schwerem Holz gefertigt, sondern aus leichtem Aluminium. Die Rebeschnüre wurden durch hochwertige Neoprenbespannungen ersetzt und so avancierten Schneeschuhe im Laufe der Jahre zu modernen Sportgeräten.

In fast allen Wintersportorten im Schwarzwald kann man sich Schneeschuhe ausleihen oder an einer geführten Wanderung teilnehmen. Die Preise für geführte Tagestouren inklusive Leihausrüstung liegen zwischen zehn und 40 Euro. Schneeschuhwandern ist ohne Vorkenntnisse für jeden von Jung bis Alt erlernbar. Ganz gleich, ob sportlich als Wettbewerb, oder eher gemächlich als Winterspaziergang: Schneeschuhwandern ist in jedem Fall ein ganz besonderes Erlebnis, das gerade im Schwarzwald mit seinen zahlreichen Kuppen und Bergen neben tollen Aussichten mit jeder Menge Spaß belohnt wird. Naturschonend: Damit Tiere in ihren Rückzugsräumen nicht aufgeschreckt werden, sind spezielle Schneeschuhtrails an der Schwarzwaldhochstraße im Norden, am Brandenkopf im mittleren Schwarzwald und am Feldberg im Süden ausgewiesen.

Das Familienmagazin "Wir" richtet sich an alle Menschen mit Sinn für Familie, an junge Eltern, an alle Großeltern, Kinder, Jugendliche und Erwachsene in der Region Schwarzwald. "Wir" ist bunt und vielfältig wie das Leben in der Familie. Spannende Rubriken wie Wir im Schwarzwald, Leben und Wissen, Spielplatz und Familienplaner liefern interessanten Lesestoff. Im SÜDKURIER-Themenpaket finden Sie alle Artikel und Bilder zur Serie.

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