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Schwarzwald-Baar Sie sehen den Klimawandel als Chance für den Schwarzwaldtourismus

Forschungsprojekt der Hochschule Konstanz will innovative Konzepte für den Fremdenverkehr entwickeln und dabei regionale Interessengruppen einbeziehen

Schwarzwald-Baar – Der globale Klimawandel wird auch Auswirkungen auf den Schwarzwald haben: Was erst als recht abstrakte These wahrgenommen wurde, verändert nun den Blick auf die Zukunft der Region – und dies meist mit einem Akzent auf die Risiken.

So verweist der Naturpark Südschwarzwald auf mehrere sehr trockene Sommer und auf „bisher ungekannten Wassermangel, zum Beispiel auf manchen Schwarzwaldhöfen“. Und warnt vor „gravierenden Auswirkungen auf Vegetation, Landschaftsbild und Landnutzung.“

In einem gerade abgeschlossenen Projekt wurden für sechs land- und forstwirtschaftliche Modellbetriebe Klimarisiken herausgearbeitet. Resultat: Land- und Forstwirtschaft werden „einem drastischen Wandel unterliegen“, wie der Naturpark mitteilt. Er lässt nun zusätzlich untersuchen, was der Klimawandel für Grünland- und Waldschutzgebiete bedeuten wird.

Einen anderen Ansatz wählen jetzt Wissenschaftler der Hochschule Konstanz Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG). Ihr Forschungsprojekt will „Möglichkeiten aufzeigen, wie mit dem Klimawandel verbundene Risiken in Chancen gewandelt werden können“, teilt die Hochschule mit. „In den kommenden Monaten werden die Forscher Kontakt zu den Interessengruppen vor Ort aufnehmen“, heißt es weiter in der Mitteilung.

Der Ausgangspunkt: Der Klimawandel stelle die Schwarzwaldregion vor Herausforderungen, etwa Schneeunsicherheit in den Wintermonaten, so die HTWG. „Neue Konzepte und Geschäftsfelder und die Intensivierung der bestehenden Maßnahmen vor Ort“ sollen daher helfen, den Risiken des Klimawandels zu begegnen. Das auf eineinhalb Jahre angelegte Forschungsprojekt soll dazu einen Beitrag leisten. Tatjana Thimm, Professorin für Tourismusmanagement an der HTWG, zeigt sich überzeugt: „Klimawandel muss im Tourismus auch als Chance begriffen werden, um Innovationspotenziale für neue Geschäftsfelder zu entwickeln.“

Das Thema hat viele Facetten, die Zusammensetzung des Forscherteams ist entsprechend vielfältig: Neben Tatjana Thimm arbeiten Benno Rothstein, Professor für geowissenschaftliches Ressourcenmanagement, die Geographinnen Christine Bild und Laura Müller sowie Michael Kalff, Wissenschaftler für nachhaltige Entwicklung, zusammen. Die Schwerpunkte sollen nach Gesprächen mit Interessengruppen vor Ort festgelegt werden. Voraussichtlich werden der Fahrradtourismus und der Bergwerktourismus eine Rolle spielen.

Zudem soll es einen Bezug zur Energiewirtschaft geben: Der Einsatz regenerativer Energien könne profilbildend für die Tourismusregion werden, schließlich gebe es Touristen, die extra zur Besichtigung von Anlagen nachhaltiger Energieproduktion anreisten.

Hochschule Konstanz

Die Hochschule Konstanz Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) ist aus der früheren Fachhochschule Konstanz hervorgegangen. Die am Konstanzer Seerhein gelegene Bildungseinrichtung zählt heute rund 5000 Studenten. Sie hat sechs Fakultäten: Architektur und Gestaltung, Bauingenieurwesen, Elektrotechnik und Informationstechnik, Informatik, Maschinenbau sowie Wirtschafts- Kultur und Rechtswissenschaften.

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