„Wir stehen vor einem Rätsel. Ich habe keine Erklärung für dieses Verhalten und bin maßlos enttäuscht. So verhält man sich einfach nicht“, erklärt Renate Schick vom SPD-Ortsverein Bad Dürrheim. Den letzten Kontakt zu Raschke hätten die Bad Dürrheimer Genossen im Juli gehabt. Seitdem habe Schweigen geherrscht – ein Umstand, der sich allerdings erst nach der Ferien- und Urlaubszeit richtig bemerkbar gemacht habe.
Der Ortsverein habe Raschke jedenfalls per Einschreiben um seine schriftliche Demissionierung gebeten, die Frist dafür laufe Ende der Woche ab. Parteiinterne Gründe für Andreas Raschkes sang- und klangloses Verschwinden von der Bildfläche schließt Schick kategorisch aus, dazu habe es keinen Anlass gegeben.
Das sieht man auf der SPD-Kreisebene ähnlich. „Wir waren ja froh, dass die Kreis-SPD seit der Wahl Raschkes zum Vorsitzenden wieder in ruhigere Fahrwasser gekommen ist“, stellt ein SPD-Mitglied im Gespräch mit dem SÜDKURIER fest.
Wolfgang Karrer, einer der stellvertretenden Vorsitzenden der Kreis-SPD gab sich zugeknöpft: „Kein Kommentar“, meinte er kurz angebunden. Der SPD-Kreisvorstand werde sich auf seiner nächsten Sitzung mit dem Thema Andreas Raschke befassen, bis dahin gebe es keine irgendwie geartete offizielle Stellungnahme.
Sowohl der Kreisverband als auch der Ortsverein werden die Frage nach einer Nachfolge Raschkes zu klären haben. „Vielleicht ist Jens Löw, der kürzlich zum Bundestagskandidaten gekürt wurde, bereit, den Kreisvorsitz zu übernehmen“, bringt ein SPD-Mitglied einen potentiellen Kandidaten ins Spiel.
Was Andreas Raschke zu seinem Verhalten animiert hat, ob etwa private oder berufliche Gründe dafür den Ausschlag gegeben haben, darüber lässt sich derzeit nur spekulieren. Das Rätselraten geht also weiter.

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