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Schwarzwald-Baar-Kreis Radtourismus startet durch

09.12.2010
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Schwarzwald-Baar – Wer hätte vor zwanzig Jahren ausgerechnet dem Schwarzwald eine Zukunft als Region für Radurlauber zugetraut? Inzwischen haben Mountainbiker und sportliche Radler die Reize der Topographie für sich entdeckt.Aber viele Urlauber sehen Hügel und steile Auffahrten eben nicht als sportliche Herausforderung, sondern einfach als mühselige Anstrengung an.

Doch genau sie will das Tourismusprojekt „Radparadies Schwarzwald und Alb“ der Landkreise Schwarzwald-Baar und Rottweil ab 2011 als neue Zielgruppe ansprechen – und zwar mit Rückenwind aus der Steckdose. Als Gesamtpaket soll das neue Angebot auch gezielt Hoteliers, Gastronomen und Freizeitattraktionen mehr Kunden bringen.

Kern des neuen Konzepts sind Fahrräder mit einem kleinen elektrischen Hilfsmotor, so genannte Pedelecs: Sie sollen Urlaubern Lust aufs Bergauf-Radeln machen, vor allem Genussradlern, Familien, älteren Gästen und ausdrücklich auch Radfahr-Muffeln. „Schwierige topographische Verhältnisse mit Familienurlaub kombinieren – das schreit geradezu nach Elektrorädern“, sagte Michael Braun, im Landratsamt zuständig für Wirtschaftsförderung und Tourismus, bei einer Infoveranstaltung jetzt vor etwa 40 Interessenten.

Das touristische Gesamtkonzept stammt von der Firma Movelo im bayerischen Bad Reichenhall. In bislang 36 Urlaubsregionen hat das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 2500 Elektro-Leihräder im Einsatz; kommendes Jahr sollen es 50 Regionen und 5000 Räder sein. Der Schwerpunkt liegt bislang in gebirgigen Regionen wie Bayern, Österreich, Eifel und Rhön.

„Wir geben 100 Prozent Lächelgarantie“, versprach Movelo-Geschäftsführer Herbert Ottenschläger: Nach aller Erfahrung zeigten sich die Urlauber begeistert davon, durch den variablen Zusatzschub beim Tritt in die Pedale zu bislang unerreichbar scheinenden Zielen zu gelangen – und dabei auch noch die Landschaft genießen zu können. „Sie bewegen sich auf gesunde und naturfreundliche Weise, ohne sich zu überanstrengen“, warb Ottenschläger.

Vorgesehen ist ein flächendeckendes Netz von Radverleihern, bei denen sich die Urlauber die Räder mieten können. Radhändler und Tourist-Infos kommen dafür in Frage. Ferner sind beispielsweise Hotels und Pensionen angesprochen, die ihren Gästen einen konkreten Mehrwert anbieten wollen.

Ergänzend sollen Akku-Wechselstationen hinzukommen. Weil in der gesamten „Radparadies“-Region ein einheitliches Rad-Fabrikat eingesetzt wird, gibt es auch einen einheitlichen und einfach austauschbaren Akku-Typ.

Wechselakkus kann im Prinzip jeder vorrätig halten – ob Ausflugscafés, Museen oder Schwimmbad-Kassen. Auch wenn eine Ladung für die allermeisten Touren locker reichen dürfte, hätten die Urlauber laut Movelo mehr Sicherheit, wenn sie sich unterwegs einen frischen Akku holen könnten. Vor allem gebe es einen touristischen Zusatznutzen: Viele Fahrer dürften den Akkuwechsel nutzen, um im Ausflugscafé einen Kaffee zu trinken, das jeweilige Museum zu besichtigen oder eine Runde Schwimmen zu gehen. „Das Ausflugsziel wird attraktiver“, so Ottenschläger. Zusätzlich bewerbe Movelo die Anbieter mit seinen bundesweiten Marketing-Aktivitäten. Wobei das „Radparadies“ hier mit Katalog, Prospekten, Tourenbuch und Internetauftritt schon vorbildlich agiere: „So ein profund aufbereitetes und umfangreiches Material gibt es sonst kaum irgendwo“, lobte Ottenschläger.

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