Mein

Kultur Schwarzwald Quartett voller Qualitäten

10.05.2011
Schlagwörter


„Salut Salon“ bei Kleinkunstpittner im Theater am Ring ein Riesenerfolg

Zu einem Riesenerfolg wurde jetzt im fast vollen Theater am Ring das Gastspiel der Hamburger Gruppe „Salut Salon“ im Rahmen der Reihe „Kleinkunstpittner“. Mit einem außergewöhnlichen Programm begeisterten die vier Musikerinnen. Grundlage für diese Begeisterung ist das virtuose Spiel, mit dem sowieso jedes der dargebotenen Stücke zum Leckerbissen wird. Zum darüber hinaus höchst anregenden Unterhaltungswert steigert sich das „Kammerkonzert“ durch eine pfiffige Auswahl quer durch die Musikgeschichte und Genres, die mit viel Witz und oft auch Komik gemischt und arrangiert und mit geradezu körperlicher Sinnlichkeit umgesetzt werden.

So gerät die Einladung zu einer Reise vom Villinger Brigachufer über Moldau, Donau und die Walachei bis ins ferne China zum atemberaubenden Potpourri verschiedenster Stile. „Liedern ohne Worte“ folgen eigene Chansons in vier verschiedenen Sprachen, „Bilder einer Ausstellung“ werden zu musikalischen, aber auch zu pantomimischen Kabinettstückchen, und bei Liszts „Liebestraum“ schmilzt man ebenso dahin wie beim Schmachten für Stefan (aus dem Publikum) „mit den drei blauen Augen“.

Neben den Geigen (Angelika Bachmann und Iris Siegfried), dem Cello (Sonja Lena Schmid), dem Flügel (Anne-Monika von Twardowski) und dem Gesang werden auch Piccoloflöte, Akkordeon oder die singende Säge eingesetzt. Es wird gezupft, gestampft und geklopft; und gelegentlich spielt auch noch „Oskar“ mit, eine cool blasiert auftretende Puppe, deren Hand auch mal an der Klaviertastatur eingreift oder den Cellobogen übernimmt.

Ein bisschen „Zickenalarm“ wird im komischen Zwiegespräch der Instrumente ebenso zelebriert wie das Temperament der „Carmen“. Manche Nummer beinhaltet artistische Einlagen, und es wundert schon nicht mehr, wenn bei Mussorsky nach täuschend imitiertem Piepsen, Gackern, Pfeifen und Zwitschern am Ende auf dem Klavierhocker sogar ein Ei gelegt wird…

All dies wird mit absoluter Perfektion und einer Souveränität präsentiert, wie sie nur aus wahrem Können und enormem Einsatz resultiert. So wurde dieser Abend zum musikalischen und künstlerischen Highlight, für das der Beifall nicht enden wollte.

Als Zugabe gab es den weltweit bekannten Kanon „Bruder Jakob“ inklusive Variationen und mit abschließendem Chorgesang des ganzen Publikums. Und schließlich ein hinreißendes „Bye-bye love“ am Klavier, das zugleich als witziger Werbesong für CD und DVD diente.

Zum Trost dafür, dass nun doch das Programm zu Ende ging, konnte man noch „herzerweichende chilenische Folklore“ im Foyer vernehmen. Dort sammelten die vier Musikerinnen für ihr langjähriges Musikschulprojekt in Chile – eine weitere beeindruckende Facette dieser außergewöhnlichen jungen Frauen. (garai)

zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln