Ein benzinbetriebenes Notstromaggregat war die Ursache für den Erstickungstod zweier Männer, Vater und Sohn, am vergangenen Wochenende in Gunningen, Kreis Tuttlingen. Hinweise auf eine Selbsttötungsabsicht der Männer liegen ebenso wenig vor wie Anhaltspunkte für ein Verbrechen. Vielmehr ist nach Abschluss der Ermittlungen von einem Unglücksfall auszugehen. Diese Untersuchungsergebnisse teilte jetzt die Polizeidirektion Tuttlingen mit.
Am vergangenen Wochenende sind (wir berichteten) in Gunningen ein 48-jähriger Mann und dessen 17-jähriger Sohn auf tragische Weise ums Leben gekommen. Die Polizei fand beide am Sonntagabend tot in der Wohnung des Vaters auf, nachdem die getrennt lebende Ehefrau und Mutter des gemeinsamen Sohnes keinen Kontakt zu den beiden mehr herstellen konnte und deswegen aus Sorge die Polizei um Hilfe gebeten hatte.
Die Kriminalpolizei hat daraufhin umgehend ihre Ermittlungen zur Feststellung der Ursache und den Umständen, die zum Tod der beiden Männer geführt haben, aufgenommen, wie der Sprecher der Polizeidirektion Tuttlingen, Wolfgang Schoch, ausführt. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Rottweil wurden die Leichen beim gerichtsmedizinischen Institut obduziert. Des Weiteren ist von den Behörden ein Sachverständiger in die Ermittlungen mit einbezogen worden. Nach den nun vorliegenden Ergebnissen sind die beiden Männer an einer Kohlenmonoxidvergiftung erstickt.
Eine erste Vermutung, wonach als einzige Quelle der Rauchgase ein nicht korrekt installierter Küchenherd, der mit Holz und Kohle befeuert worden war, in Frage kommen könnte, hat sich nicht bewahrheitet. Vielmehr hat ein im Keller betriebenes Notstromaggregat den Erstickungstod der beiden Männer verursacht. „Der Stromversorger hatte das Haus von der Stromversorgung abgehängt. Der allein im Haus wohnende Vater hat sich daraufhin mit einem Notstromaggregat, das mit einem Benzinverbrennungsmotor betrieben worden war, selbst beholfen. Das Aggregat stand in einem Kellerraum und lief dort bis der Tank leer war, ohne dass die Verbrennungsgase nach draußen geleitet wurden. Die entstandenen Abgase füllten dabei zunächst den Kellerraum und stiegen später in den Wohnbereich hoch, wo sich Vater und Sohn aufhielten. Ohne dass die beiden Männer dies bewusst mitbekamen, atmeten sie die tödlichen Abgase ein und erstickten schließlich an den Folgen einer Kohlenmonoxidvergiftung. Der Tod dürfte bereits am Samstagabend eingetreten sein“, führt Wolfgang Schoch aus. Die Ermittlungen hätten keine Hinweise auf eine Selbsttötungsabsicht der Männer ergeben. Auch lägen keine Anhaltspunkte für ein Verbrechen vor. Vielmehr sei nach Abschluss der Ermittlungen von einem tragischen Unglücksfall auszugehen.
