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Vor allem bei den Klinik-Mitarbeitern wird das Schwarzwald-Baar-Klinikum die Spar-Schraube im kommenden Jahr weiter kräftig anziehen: Fast 58 Vollkräfte-Stellen sollen wegfallen. Den Verantwortlichen ist zwar völlig klar, dass die Belastungsgrenze für die Beschäftigten vielfach "bereits überschritten" ist. Aber sie sehen kaum Alternativen, um die neuen finanziellen Belastungen aufzufangen.

Schwarzwald - Stramme zwei Millionen Euro will die Schwarzwald-Baar-Klinikum Villingen-Schwenningen GmbH im kommenden Jahr aus ihrem Personal-Etat heraussparen. Diese Vorgabe aus dem Wirtschaftsplan 2007, der dem SÜDKURIER vorliegt, sieht auf den ersten Blick vielleicht für manchen noch machbar aus - schließlich beträgt der Gesamt-Etat im Personalbereich rund 100 Millionen Euro.

Doch die Klinik-GmbH fährt damit nicht die erste Sparrunde unter ihren Beschäftigten. Im zu Ende gehenden Jahr galt es zum Beispiel, das 2,4-Millionen-Euro-Defizit aus 2005 möglichst auszugleichen. Und das dürfte laut Wirtschaftsplan auch bis auf einen Rest von einer halben Million gelungen sein - dank einer Kürzung aller Personal- und Sachausgaben um zwei Prozent.

Nachdem also die Budgets schon lange von nahezu jedem "Speck" befreit worden sind, dürfte sich die erneute Kraftanstrengung im kommenden Jahr direkt auf Mediziner, Pflegekräfte und andere Klinik-Mitarbeiter auswirken. Konkret will das Klinikum weitere Stellen streichen.

Bisher sind im Stellenplan genau 1851, 6 Vollkräfte ausgewiesen. Davon sollen 57,6 Vollkräfte entfallen - teils wegen des neuen Sparkonzepts, teils noch aufgrund des Sparprogramms von 2006. Bleiben unterm Strich noch 1794 Planstellen - bei mindestens gleichem Arbeitsaufkommen.

Wobei hier noch eine Umverteilung erfolgen wird: Nach neuer Rechtslage zählt Bereitschaftsdienst zur Arbeitszeit, und die darf wöchentlich 48 Stunden nicht überschreiten. Deshalb muss die Mitarbeiterzahl für Bereiche mit Schichtdienst rund um Uhr aufgestockt werden. "Die Einkommen der Mitarbeiter, die bisher höhere Wochenstunden geleistet haben, werden entsprechend absinken und so zur Finanzierung der zusätzlich einzustellenden Kräfte beitragen", heißt es im Wirtschaftsplan."

Die ganze Entwicklung nennt Klinikgeschäftsführer Rolf Schmid im Wirtschaftsplan gegenüber dem Aufsichtsrat "bedauerlich, da nach vielen Einsparrunden die Belastungsgrenze für die Beschäftigten erreicht bzw. in vielen Bereichen bereits überschritten ist". Und er schreibt ebenso deutlich, dass die "nochmalige Einsparaktion im Grunde ungerechtfertigt ist." Die "rigiden Vorgaben des Gesetzgebers" ließen "leider keine andere Alternative zu". Schmid nennt es sogar eine "schier unlösbare Aufgabe, bei einer solchen Fülle von negativen äußeren Vorgaben einen ausgeglichenen Erfolgsplan zu erstellen."

Denn auf die Klinik-GmbH rollen im kommenden Jahr Mehrbelastungen von voraussichtlich 3,55 Millionen Euro zu, die irgend wie aufgefangen werden müssen (siehe Kasten).

"Die Politik ignoriert die wirtschaftliche Lage der Kliniken, die so dramatisch ist wie nie zuvor", klagt Schmid. Die "Sparzitrone" sei längst ausgepresst, die Kliniken könnten keinen Sanierungsbeitrag für das System mehr leisten: "Sie sind selbst sanierungsbedürftig."

Immerhin gibt es auch kleine Lichtblicke: Weil beispielsweise die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung sinken sollen, spart das Klinikum 700000 Euro im kommenden Jahr.

Angesichts dieser Belastungen bleibt vor allem der Rückgriff auf die Personalkosten, weil sie mehr als 70 Prozent der Gesamtaufwendungen des Klinikums betreffen. Daneben sollen Neuordnungen im Laborbereich 250000 Euro Einsparung erbringen. Außerdem will die GmbH 500000 Euro aus ihrem Instandhaltungsprogramm für die Altgebäude streichen - schließlich wird schon kräftig für den Zentralklinik-Neubau vorgearbeitet.

Außerdem darf das Klinikum in 2007 auch zusätzliche Leistungen bei den Krankenkassen abrechnen, und zwar in Höhe von 400000 Euro. Und dank neuer Preisvereinbarungen mit den Privaten Krankenkassen kann das Klinikum höhere Zimmerzuschläge, beispielsweise für Ein-Bett-Zimmer, verlangen, was ebenfalls 400000 Euro bringen soll.

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