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Donaueschingen Mitgliederschwund beim Maschinenring Schwarzwald-Baar setzt sich fort

In der Region gibt es immer weniger Landwirte.

Im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung des Maschinenrings Schwarzwald-Baar in der Bürgerhalle Hausen vor Wald stand nach der Begrüßung durch Vorstand Klaus Grieshaber der Geschäftsbericht von Rainer Hall. danach konnte der Umsatz um knapp 5 Prozent auf 7,12 Millionen Euro gesteigert werden, „Wir werden in Zukunft weniger Landwirte haben“, prognostiziert Hall, auch wenn der Mitgliederschwund um 10 auf 749 zum Vorjahr moderat ausgefallen ist. Kritisch stehen die Landwirte der neuen Düngeverordnung gegenüber, die ihnen ohne für sie erkennbaren Nutzen die Arbeit erschwert. Der Maschinenring hilft mit einer großen Investition. Im geselligen Teil wurden mit den Überraschungsgästen von der „Villinger Kumedie“ die Lachmuskeln strapaziert.

„Kräfte bündeln, Reibungsverluste verhindern, gemeinsam sind wir stärker“, so beschrieb Geschäftsführer Rainer Hall die Rolle des Maschinenrings. Die Landwirtschaft sei in der Minderheit und in einer schwierigen Situation, insbesondere mit dem Märkten, dem Klima und dem Image. Deshalb sei Zusammenhalt und Zusammenarbeit umso wichtiger.

In der Vermittlung von Maschinen und Arbeitkräften, gab es einen leichten Zuwachs, der Futterbau nahm deutlich zu, einen Einbruch gab es bei den Hackschnitzeln durch einen Kundenverlust, generell rückläufig ist die Vermittlung von Schleppern. Lediglich 100 Mitglieder nutzen die seit vergangenem Jahr angebotene App zur Vermittlung von Leihmaschinen. In der Betriebs- und Haushaltshilfe wurden 64 Einsätze absolviert und 8483 Stunden soziale Betriebshilfe erbracht. Die Crew um Einsatzleiter Stefan Schimpf hat sieben Mitglieder, mit Jasmin Blust und Uwe Mink-Ohnmacht konnten zwei junge Betriebshelfer als ideale Ergänzung zum bewährten Team gewonnen werden.

Ein Ärgernis ist die neue Düngemittelverordnung, die die Ausbringzeiten für Gülle reduziert. Grund sei die Nitratproblematik in den norddeutschen Bundesländern. „Wir haben hier kein Gülleproblem“, betont Hall, das hätten diverse Bodenproben bestätigt. Das Ausbringen auf den Äckern nur noch im Frühjahr komme geballt, konzentrierter, führe zu Geruchsbelästigungen und erfordere mehr Lagerplatz. Das wetterabhängige Ausbringfenster ist kleiner, die Befahrbarkeit der Flächen ist problematisch, insbesondere in Hanglagen. Der Maschinenring trägt dem Rechnung und investiert im Herbst 250 000 Euro in einen hochmodernen Gülleseparator. Da dieser auch in Nachbarringen eingesetzt werden wird, rechnet man mit einer Amortisationszeit von sechs Jahren. Das mobile Gerät trennt Vorort Feststoffe ab und spart damit 20 Prozent Lagervolumen ein. Die Feststoffe können gestapelt als Depotdünger oder in Biogasanlagen verwendet werden. Die Dünngülle ist besser zu verteilen, die Nährstoffe dringen schneller in den Boden ein.

Maschinenring

Ein Maschinenring ist eine Vereinigung, in der sich Landwirte gegenseitig unterstützen. Der erste Maschinenring wurde 1958 im niederbayrischen Buchhofen gegründet. Heute gibt es im Bundesgebiet rund 240 Maschinenringe, die rund 192 000 landwirtschaftliche Betriebe unterstützen. Zu den Aufgaben des Maschinenrings gehören die Organisation von Arbeitsketten, Vermittlung von Leihmaschinen, gemeinsamer Einkauf, Vermittlung von Aufträgen, aber auch Vermittlung von temporären Betriebshelfern bei Krankheit und Urlaub oder Erholungsreisen. Ferner kompetente betriebswirtschaftliche Beratung. (lrd)

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