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Arbeitszeitregelungen, die keine mehr sind, will die Industriegewerkschaft Metall durch Aufklärung bekämpfen

Körperliche und seelische Erschöpfung am Arbeitsplatz – davon sind längst nicht mehr nur Beschäftigte in Führungspositionen betroffen. „Auch normale Arbeitnehmer sind inzwischen an einem Punkt angelangt, wo sie keinen Horizont mehr sehen“, stellen Michael Ruhkopf und Oliver Böhme von der IG Metall-Verwaltungsstelle Villingen-Schwenningen mit Besorgnis fest. Der enorme Leistungsdruck ist oft der Preis, den Arbeitnehmer dafür bezahlen, überhaupt einen Job zu haben.

„Die Arbeitszeiten laufen aus dem Ruder“, sagt Ruhkopf im Rahmen eines Pressegesprächs. „Die tariflich geregelte tägliche Höchstarbeitszeit von zehn Stunden wird immer öfter außer Kraft gesetzt und Arbeitszeitkonten quellen über. In manchen Betrieben gibt es Modelle, bei denen über 50 Guthabenstunden einfach verfallen“, sagt er. Oder es würden so genannte „Vertrauensarbeitszeiten“ eingeführt und die tatsächliche Arbeitszeit überhaupt nicht mehr erfasst. „Damit überträgt der Arbeitgeber die Verantwortung auf die Mitarbeiter“, macht Ruhkopf deutlich. Dass dadurch der Krankenstand in die Höhe schnellt, verwundere ihn nicht.

Angesichts dieses Leistungsdrucks hält der Erste Bevöllmächtigte der IG Metall Villingen-Schwenningen es für „völlig illusorisch, dass Arbeitnehmer bis 67 Jahre arbeiten.“ Den Arbeitnehmern und Betriebsräten in Sachen Leistungsdruck und Arbeitszeit zur Seite stehen, ist einer der Schwerpunktthemen der Arbeit der IG Metall in diesem Jahr. „Wir müssen Rahmengesetze machen und das Wichtigste ist, dass geleistete Arbeitszeit auch erfasst und, schlimmstenfalls in Geld entlohnt werden muss.“ Zu diesem Thema soll es spezielle Arbeitskreise für Betriebsräte geben. Außerdem soll es Infoveranstaltungen für die Beschäftigten geben.

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