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Schwarzwald-Baar-Kreis Jazz-Trio: Energie vereint mit Reife

Das European Jazz Trio begeisterte im Villinger Jazzkeller mit ausgefeiltem Spiel.

Die drei Herren auf der Bühne bringen eine Reife und Erfahrung mit, die vom ersten Ton an zu spüren ist. Obwohl sie im herkömmlichen Arbeitsleben längst den Ruhestand erreicht hätten, sind sie noch ungemein aktiv und schaffen es mühelos, mit ihrer Musik das Publikum zu begeistern. So auch am Samstagabend im vollbesetzten Villinger Jazzkeller. Dort sorgte das European Jazz Trio mit dem Flötisten Jiri Stivin, dem Saxofonisten Gerd Dudek und dem Bassisten Ali Haurand für ein Glanzlicht unter den Frühjahrskonzerten.

Alle drei spielen seit vielen Jahren gemeinsam in den verschiedensten Kombinationen, haben sich aber davor schon einen Namen gemacht. Der agile Jiri Stivin, der mit atemberaubenden Flötenkünsten brilliert, ist seit Jahren der wohl bekannteste tschechische Jazzmusiker und darüber hinaus mit einem Standbein in der Klassikszene aktiv. Gerd Dudek, der introvertierte Saxofonist, spielte schon vor 50 Jahren im legendären Orchester von Kurt Edelhagen, gehörte viele Jahre zur Stammbesetzung der Albert Mangelsdorff-Bands und ist sicher einer der prägendsten Bläser der deutschen Jazzgeschichte. Schließlich der unermüdliche Bassist Ali Haurand, der zunächst beim Pianisten George Maycock spielte und seither mit einer Fülle von Jazzprojekten in der europäischen Jazzszene zu einer festen Größe geworden ist.

Natürlich bewegen sich die drei Musiker, die unter dem Namen European Jazz Trio zu erleben sind, fest in der Jazztradition, die aber keineswegs verstaubt erklingt, sondern mit einer bemerkenswert überzeugenden Energie gespielt wird. Wenn da Stücke wie „Lover Man“ erklingen, schwingt beseelte Emotionalität. Dann überzeugt vor allem Saxofonist Gerd Dudek mit seinem ganz eigenen Sound, bei dem sich die Verehrung vor den amerikanischen Meistern mit seiner eigenen, langen Erfahrung verbindet.

Und Jiri Stivin bringt in dieses Trio die Musikertraditionen Osteuropas mit ein. Da erklingen fröhliche böhmische Volksliedthemen ebenso, wie tieftraurige Emotionalität mit slawischem Hintergrund – alles meisterhaft und virtuos gespielt. Schließlich Ali Haurand, der sattelfeste Bassist, der das rhythmische Bindeglied zwischen den beiden unterschiedlichen Bläsern darstellt und immer wieder seine eigenen Klangfarben beisteuert.

Eines der schönsten Stücke des Abends ist wohl „Rosemary's Baby“, die schauderhaft-schöne Musik des polnischen Komponisten Krisztof Komeda. Diese Vielfalt an Stimmungen und Erfahrungen macht das Konzert zu einem Erlebnis und nimmt das Publikum vom ersten Ton an mit.

Obwohl die Musiker im gesetzten Alter sind, haben sie nach wie vor deutliche Freude ohne jegliche Konditionsschwäche gemeinsam vor begeisterten Zuhörern zu agieren. Dieser Abend dauerte jedenfalls deutlich länger, als so mach anderes Konzert im Jazzkeller.

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