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Schwarzwald-Baar Grünes Licht für Naturschutzgroßprojekt

Umweltausschuss des Kreistags empfiehlt Einstieg in die Umsetzungsphase des bei den Landwirten umstrittenen Vorhabens, das vor zehn Jahren seinen Anfang nahm

Schwarzwald-Baar – Das vor zehn Jahren in Angriff genommene Naturschutzgroßprojekt Baar hat auf dem Weg von der Planung zur Umsetzung jetzt eine wichtige Hürde genommen. Obwohl das Vorhaben bei den Kreisverbändes des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV) auf Ablehnung gestoßen ist, unterstützte der Umweltausschuss des Kreistags am Montag mit großer Mehrheit die Umsetzung des über mehrere Jahre erarbeiteten Pflege- und Entwicklungsplanes (PEPL). Folgt der Kreistag dem Beschluss seines Ausschusses, rückt die Beantragung der Millionenzuschüsse beim Bund und damit die Umsetzung des PEPL deutlich näher.

  • Naturschutzgroßprojekt: Das Projektgebiet erstreckt sich in der aktuellen Fassung auf 4542 Hektar in zehn Kommunen, vor allem im Schwarzwald-Baar-Kreis, aber auch im Landkreis Tuttlingen. Es geht dabei nicht um die Einrichtung eines neuen Naturschutzgebietes, sondern um ein Programm, das eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen vorschlägt, um ökologisch wertvolle Biotope zu erhalten oder wiederherzustellen sowie den Klimaschutz zu unterstützen. Von Bund und Land winken mehrere Millionen Euro an Fördergeldern.
  • Vorarbeiten: Für die Erarbeitung des PEPL, für den 148 gefährdete Tier- und Pflanzenarten kartiert wurden, wurden in den vergangenen vier Jahren 1,3 Millionen Euro ausgegeben. Auf den Schwarzwald-Baar-Kreis entfielen 55 000 Euro. Bei der Kartierung hat sich den Fachleuten zufolge bestätigt, dass die Baar über eine "herausragendes Artenausstattung" verfüge, die es zu erhalten gelte. Die dabei entwickelten Maßnahmenvorschläge umfassen eine große Bandbreite, zum Beispiel die Renaturierung von Gewässern, aber auch das Auslichten von Wäldern. Der PEPL muss unter anderem mit dem Regierungspräsidium, dem Landes- und dem Bundesumweltministerium sowie dem Bundesamt für Naturschutz abgestimmt werden.
  • Landwirtschaft: Landrat Sven Hinterseh und auch andere Redner betonten, dass der Landkreis weiter auf eine enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Landwirten setze – trotz des Nein des BLHV. "Wir wollen das Hand in Hand mit den Landbewirtschaftern umsetzen", so Hinterseh. Zudem habe man die Fördergebietsfläche von knapp 5000 Hektar auf rund 4500 Hektar reduziert, indem man produktionsorientere landwirtschaftliche Flächen noch herausgenommen habe. Zudem betonten Hinterseh und Vize-Landrat Joachim Gwinner, dass der Landwirtschafts nichts übergestülpt werde: Es gelte das doppelte Freiwilligkeitsprinzip. Nur wenn sowohl der Landeigentümer als auch ein eventueller Pächter zustimmten, würden auf den fraglichen Flächen PEPL-Maßnahmen umgesetzt.

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