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Schwarzwald-Baar-Kreis Für eine Wirtschaft in Balance

13.05.2011
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Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Technik stand im Mittelpunkt eines Aktionstags an der Hochschule Furtwangen

Villingen-Schwenningen (rat) Heribert Schmitz, früher Chef beim Global Player Hewlett-Packard, hat 30 Jahre im Top-Management auf den Buckel. Heute setzt er sich dafür ein, dass Unternehmen beginnen, soziale und ökologische Verantwortung zu übernehmen.

Darum ging es jetzt auch im wesentlichen beim Aktionstag der Hochschule Furtwangen University zum Thema Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Technik. Schmitz, Honorarprofessor der Hochschule, hatte dazu den Anstoß gegeben – noch lange vor Fukushima. Für ihn ist das ein Beitrag „zu der neuen Aufklärung, die wir brauchen.“

Der ehemalige Top-Manager plädiert für eine Welt im Gleichgewicht. Denn was sich derzeit abspielt auf dem blauen Planeten gefällt ihm gar nicht. Vieles laufe schief, weil die Menschen die Welt und sich gegenseitig ausbeuten. „Wir können weiter globale Geschäfte machen – aber wir brauchen globale Spielregeln“, sagt er.

Mit verschiedenen Vorträgen von namhaften Experten und Unternehmensvertretern machte die Global-Marshall-Plan-Hochschulgruppe auf die Folgen des Klimawandels, der Finanzkrise und auf globale ökologische sowie ökonomische Ungleichgewichte aufmerksam. Die Studenten hatten unter der Regie von Wirtschaftsprofessor Gerrit Horstmeier den Aktionstag zu Nachhaltigkeit sehr gut organisiert. Ziel der Schwenninger Studenten und Gleichgesinnter ist es, die Missstände durch die weltweite Förderung einer ökosozialen Marktwirtschaft zu beseitigen und damit eine Balance zu schaffen. Die Idee für diese mittlerweile weltweit agierende Organisation stammt von dem US-Politiker, Unternehmer und Umweltschützer Al Gore.

Heribert Schmitz kann diesem Bemühen um eine bessere Welt viel abgewinnen. Er sei kein Globalisierungsgegner, sagt er, bezieht aber deutlich Position gegen neoliberales Gedankengut und „Raubtierkapitalismus“. „Unternehmen können Vorreiter sein für eine faire, funktionierende Gesellschaft“, postuliert der Schwenninger Honorarprofessor. Früher galt, dass der Chef höchsten das Zehnfache des niedrigsten Gehalts in der Firma kassiert, heute streichen die großen Unternehmensführer das 2000-fache ein. Heribert Schmitz, der „selber gutes Geld verdiet hat“, fällt dazu nichts mehr ein: „Soviel ist keiner wert!“ „Wir haben die Balance total verloren“, bilanziert Schmitz.

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