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Kirchzarten/Südschwarzwald – Der vor zwölf Jahren gegründete Naturpark Südschwarzwald wird bis 2014 weiterhin von Lörrachs Landrat Walter Schneider geführt. Die Wahlen zum Vorstand erfolgten einstimmig, berichtete gestern Landrat Schneider, der den Naturpark seit 2008 führt.

Als Vizepräsidentin wurde Bürgermeisterin Hannelore Reinbold-Mench (Freiamt) in den 31-köpfigen Vorstand gewählt.

Die Mitgliederversammlung stellte überdies die Weichen für die Einrichtung eines von der Unesco geförderten Biosphärengebietes im Südschwarzwald als „internationales Label“. Biosphärengebiete stellen Modellräume für eine nachhaltige Entwicklung dar und sollen Beispiel gebend sein für innovative Energiekonzepte, Umweltbildungsprojekte, neuartige Landnutzungsformen, Kulturlandspflege und schonende Weiterentwicklung der Wirtschaftsstrukturen.

Nach Vorstellung der Naturpark-Verantwortlichen könnte das vor zehn Jahren angelegte, knapp 30 000 Hektar große und 17 Gemeinden umfassende Naturschutzgebiet Feldberg-Belchen-Oberes Wiesental das Kerngebiet des neuen Biosphärengebietes bilden.

Die Förderung für diesen Schutzraum läuft nächstes Jahr aus. Das Land Baden-Württemberg habe vor, ein weiteres Großschutzgebiet nach 2012 einzurichten, berichtete der Naturparkchef, er wisse aber noch nicht wo. Unter anderem ist im Schwarzwald-Naturschutz-Großprojekt von nationaler Bedeutung für die heimischen Moorgebiete in der Entwicklung.

Die Planungen für das mögliche Biosphärengebiet am Feldberg laufen auf kommunaler Ebene in Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium Freiburg. Bisher bestehen Biosphärengebiete nur bei Münsingen auf der Alb und in der Rhön.

Es wurde nun eine Arbeitsgruppe gebildet, die die Voraussetzungen für eine Bewerbung erarbeiten und die Chancen und Risiken gegeneinander abwägen soll. Es sei noch keine Bewerbung beim Regierungspräsidium oder dem Land abgegeben worden, so Schneider, die Diskussion beginne jetzt erst. Er versicherte, der Vorstand sehe in dem Biosphärengebiet weitere gravierende Vorteile für den Naturpark. Es dürfe damit jedoch „keine Käseglocke über den Südschwarzwald“ gestülpt werden. „Es kann eine Chance sein“, sagte Schneider.

Der Terminkalender des Naturpark-Vereins weist noch weitere Punkte für 2011 auf. Insbesondere soll die Dom-Clemente-Schule in Schonach im Rahmen eines Pilotprojekts zur ersten offiziellen „Naturparkschule“ werden, sagte gestern Naturpark-Geschäftsführer Roland Schöttle auf Anfrage. Das Projekt soll am 16. Februar offiziell vorgestellt werden. Ziel sei es, Naturpark-Themen wie beispielsweise nachhaltige Entwicklung auf altersgerechte Weise in allen Klassen in den Unterricht einzubringen.

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