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Schwarzwald "Feuchte Täler und jede Menge Wald": In Unterkirnach kommt die Werbung für das Ferienland Schwarzwald nicht an

Im Netz sorgt die Werbung für den Schwarzwald für Aufregung. Unterkirnach ist eine der Gemeinden, die mit der Anzeige beworben wurde. Dort hat man eine klare Meinung.

Eine Werbung für das Ferienland Schwarzwald sorgt derzeit im Internet für Aufregung – und im Unterkirnacher Rathaus durchaus für Kopfschütteln. Als Teil der „Ferienland im Schwarzwald GmbH“ ist Unterkirnach nämlich eine der fünf Schwarzwald-Gemeinden, die in einem Prospekt der Billigflug-Gesellschaft Ryanair mit der doppeldeutigen Anzeige beworben wurden.

„Große Berge, feuchte Täler & jede Menge Wald“, heißt es auf dieser Anzeige. Der Text alleine hätte wohl kaum für die Aufmerksamkeit gesorgt, die dem abfotografierten Stück Papier im Internet jetzt zuteil wird. Links neben dem Text aber ist die Silhouette einer kurvigen Frau mit Bollenhut abgebildet, die der Anzeige eine ganz andere und doppeldeutige Aussage verleiht.

Auf Anfrage des SÜDKURIER erklärte Andreas König, scheidender Hauptamtsleiter in Unterkirnach, man habe in dem Touristenort ganz bestimmt nicht die Zielgruppe, die von dieser Art von einer Anzeige angesprochen werde. Der provokative Inhalt spreche mehr jüngere Feriengäste an, für die Stammkunden des Tourismus in Unterkirnach aber empfinde er das Plakat als Negativ-Werbung: „Das passt nicht zu unserem Stil“, betont König.

Bürgermeister Andreas Braun, der gerade erst aus dem Urlaub zurückgekommen ist, hat sich die Werbung im Internet angeschaut, wo sie seit Tagen für Schmunzeln, aber auch für scharfe Kritik sorgt. Brauns Meinung zu der Anzeige lautet: „Es ist gewagt und nicht zutreffend, Täler haben wir hier übrigens auch keine.“ Aber in einem sind sich König und Braun sicher: „Man spricht darüber.“

Einige Kilometer weiter, in der Gemeinde Königsfeld, die zwar nicht zum Zusammenschluss Ferienland gehört, wo der Schwarzwaldtourismus aber auch eine wichtige Rolle spielt, ist die Aufregung derweil noch gar nicht angekommen. Bei Anfrage des SÜDKURIER war im Rathaus nicht bekannt, dass es eine solche Anzeige für die Nachbargemeinden überhaupt gibt und dass diese im Netz kursiert. Zum Inhalt und zur Aussage der Anzeige über den Schwarzwald wollte sich in Königsfeld schließlich niemand äußern. Provokation gehöre zur Werbung, erklärt Hans-Peter Weis, der stellvertretende Geschäftsführer der Ferienland im Schwarzwald GmbH, die ihren Sitz in Schönwald hat.

Es sei das Ziel gewesen, mit der Anzeige Aufmerksamkeit zu erregen. Das sei gelungen, so Weis. „Wir haben die Ryanair genommen, weil das auch ein bisschen außergewöhnlich ist. Diese Anzeige ist auch außergewöhnlich. Wo wir die Anzeige nicht geschaltet hätten, wäre beispielsweise in einem Apothekermagazin“, erklärt er. Die Resonanz im Netz gebe der Entscheidung, sie zu schalten, Recht. Dass es auch viele negative Kommentare gibt, findet Weis schade, wie er sagt, und verweist auch darauf, dass die Anzeige von einer Frau entworfen wurde – nicht von einem Mann, wie man denken könnte.

Als Plakatwerbung für die Orte der Ferienland-Vereinigung werde das Motiv laut Weis künftig aber nicht genutzt werden. Für die neuen Plakate der Gemeinden Schonach, Schönwald, Furtwangen, St. Georgen und Unterkirnach gebe es auf den künftigen Plakaten der Marketing-Vereinigung Ferienland zwar auch freche Sprüche. „Aber diese Plakate sind nicht so frech wie die Anzeige. Und sie sind ortsbezogen“, sagt Hans-Peter Weis.

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