Schwarzwald-Baar Erfolgreiche Großübung für 280 Katastrophenschützer

Schweizer und Deutsche proben in der Region gemeinsam für den Ernstfall – und das Landratsamt in Villingen-Schwenningen dient als Zentrale.

Eine derart umfangreiche internationale Katastrophenschutzübung hat es in der Region bislang noch nicht gegeben: Rund 280 Beteiligte trainierten am Mittwoch im Rahmen eines aufwändigen Tests für den Ernstfall einer großen Naturkatastrophe. Beteiligt waren die Landratsämter Schwarzwald-Baar und Konstanz, das Regierungspräsidium Freiburg, die Bundeswehr, die Kantone Schaffhausen und Thurgau, das schweizerische Grenzwachtkommando und der deutsche Zoll.

Es war zwar keine Vollübung, es wurden also beispielsweise keine Fahrzeuge eingesetzt und realen Einsätze gefahren. Statt dessen wurde das Landratsamt in VS-Villingen zur Zentrale einer zwar nur auf dem Schreibtisch und per Computer ausgeführten Übung, die aber die Beteiligten durchaus forderte. Der Sinn des ganzen Unterfangens: Es galt, die internen Abläufe vor allem in den Einsatzstäben und deren Kommunikation mit anderen Beteiligten unter Stress zu testen.

Das über gut ein Jahr ausgetüftelte Szenario ging insbesondere von einem großen Orkan in der Region aus, wie es ihn – mit dem Namen Kyrill – 2007 tatsächlich gegeben hatte. Extreme Windböen, die viele Bäume umknicken und so Straßen und Schienen blockieren, sowie hohe Regenmengen, die zu Überflutungen führen, gehörten dazu.

Übersetzt wurde das Ganze in ein detailliertes Drehbuch, das als Tabelle im großen Sitzungssaal aushing. Dort war die zentrale Übungsregie angesiedelt: Rund zwei Dutzend Beteiligte spielten beispielsweise die Rollen von Gemeindevertretern, Einsatzkräften, Bürgern oder Journalisten. Sie konfrontierten die Übungsteilnehmer in den verschiedenen Stäben in den Lagezentren der Landratsämter und Kantone telefonisch oder per E-Mail kontinuierlich mit Katastrophenmeldungen, Nachfragen und weiteren Informationen. Um 10.20 Uhr rief Landrat Sven Hinterseh den Katastrophenfall aus – dann ging es ans Eingemachte.

„Zur Übung gehört zum Beispiel die Annahme, dass ein Zug an der Sommerau verunglückt sei“, erläuterte Landratsamtssprecherin Heike Frank. Dann sei es für den Verwaltungsstab zum Beispiel darum gegangen, einen entsprechenden Autokran für das Bergen des Zuges zu organisieren und eine Presseinformation zu erstellen.

Wie gut die Verwaltungs- und Organisationsmitarbeiter dann in Echtzeit reagierten, ob sie die richtigen Schlüsse zogen, gute Entscheidungen trafen, Maßnahmen und Personal passend einsetzten, wurde genau beobachtet und ausgewertet, um künftig auf etwaige Katastrophenfälle besser vorbereitet zu sein. Bei der Abschlussbesprechung in Stein am Rhein zeigten sich alle Beteiligten sehr zufrieden. Landrat Hinterseh etwa stellte laut Landratsamt fest, „dass die gemeinsame Zusammenarbeit mit unseren Kolleginnen und Kollegen auf Deutscher wie auf Schweizer Seite sehr gut funktioniert.“

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