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Seit bald 50 Jahren amüsiert das spannungsgeladene Zusammenleben von Neil Simons ungleichem Paar „Oscar und Felix“ das Publikum. Verfilmt mit Walter Matthau und Jack Lemon wurde die Männerwirtschaft zum weltweiten Erfolg, auf der Bühne füllt sie immer wieder die Reihen.

So auch im Theater am Ring in VS-Villingen, wo jetzt ein fernsehbekanntes Duo als „das seltsame Paar im 21. Jahrhundert“ auftrat.

Mit Leonard Lansink als ebenso schlampiger wie lebenslustiger Oscar und Heinrich Schafmeister als verklemmter Putzteufel Felix waren die Gegensätze aufs Schönste ausgeprägt. Wenn Oscar sich in sein Sofa flegelt, Chips zerbröselt und Asche auf dem Boden verstreut, während Felix mit Schürze und Kehrbesen jedem Stäubchen hinterher jagt. Wenn sich der eine die verräucherte Pokerrunde mit warmem Bier, der andere einen gepflegten Abend mit Gürkchen und Häppchen vorstellt. Und wenn dem einen am Rendezvous nur der zielführend zu erreichende Alkoholspiegel, dem anderen das perfekte Essen auf dem hübsch gedeckten Tisch am Herzen liegt, dann kann das nur in Dauerstress bedeuten.

Wie sehr dieser nervt, zeigen die sich bis zum Rauswurf steigernden Scharmützel, die von den beiden mit stoisch-derber „Männlichkeit“ contra zickig-hysterischer „Weiblichkeit“ hingebungsvoll ausgereizt wurden. Um das „Paar“ herum schwankte die Pokerrunde mit dem coolen Speed (Joachim Kwasny), dem biederen Cop Murray (Marcus Born) und dem ulkig karikierten Pantoffelhelden Vinnie (Dietmar Pröll) zwischen markigem Sarkasmus und freundschaftlicher Fürsorge, während die Bekanntschaft mit den beiden Damen aus dem oberen Stockwerk die Herausforderungen des Zuzsammenlebens auf die Spitze trieb.

Mirjam Radovic und Amor Schumacher ließen die spanischen Schwestern Hoolya und Ynez temperamentvoll in den mittlerweile sorgsam keimfrei polierten Männerhaushalt wirbeln – und brachten Hormon- und Seelenzustand der Hausherren endgültig durcheinander. Zum Teil gab sich dies Spiel ganz psychologisch-realistisch; zum Teil wurde es aber von Regisseurin Katja Wolff mit einer Choreographie versehen, die viele Situationen witzig stilisiert, sie zugleich aber eher unpersönlich macht und ihnen ein bisschen das Menschlich-Allzumenschliche nimmt.

Ein bisschen bedauerlich war, dass der ursprüngliche Zustand einer großzügigen New Yorker Wohnung trotz Skyline-Kulisse nicht so recht nachvollziehbar war und nicht von einem schlampigen Junggesellen, sondern von einem psychisch kranken Messie zeugte – es gab Berge von Müll, aber keine Zeichen etwa von herumliegender Kleidung (erstaunlicherweise aber einen fein sortierten Stapel von Schlafanzügen).

Das tat aber dem offensichtlichen Vergnügen an der Komödie keinen Abbruch, und so ging der hinreißende abschließende Sprechchor aller Mitwirkenden nahtlos in großen Applaus der Zuschauer im ausverkauften Haus über. (garai)

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