Schwarzwald-Baar Dorothee Eisenlohr ist neue Chefin der regionalen Wirtschaftsförderung

Die neue Chefin der regionalen Wirtschaftsförderung, Dorothee Eisenlohr, spricht über ihre Ziele und warum die Strategie 2018 überarbeitet werden soll...

"Dies ist eine Region, die wirklich viel zu bieten hat und sich ganz sicher nicht zu verstecken braucht", sagt Dorothee Eisenlohr. Man darf der 35-Jährigen gerne abnehmen, dass sie das nicht nur sagt, weil sie jetzt Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung (Wifög) Schwarzwald-Baar-Heuberg ist und das Werben für den Wirtschaftsstandort zu ihren Kernaufgaben gehört. Seit sie im Januar 2017 zunächst Mitglied der Geschäftsleitung bei der regionalen Wifög wurde, hat sie schon einiges von der Region gesehen, viele Veranstaltungen besucht und ganz unterschiedliche Leute getroffen, um zu lernen, wie Schwarzwald-Baar-Heuberg tickt.

Auch wenn Eisenlohr etliche Jahre mitten in Stuttgart gelebt und gearbeitet hat, ist ihr der ländliche Raum alles andere als fremd: Sie stammt aus Hechingen, hat dort ihr Abitur gemacht, bevor sie in Passau studierte und dann über verschiedene Stationen zuletzt beim Verband Region Stuttgart arbeitete. "Für mich fühlt es sich jetzt fast an, als wäre ich wieder zu Hause", sagt sie.

Mit ihrem Partner, der schon zuvor im Kreis Tuttlingen lebte, hat sie eine Wohnung in Spaichingen bezogen. Dass die Wohnungssuche schnell zum Erfolg führte, ist für sie ein Beispiel für die Standortvorteile des ländlichen Raumes im Vergleich zu Ballungsgebieten – auch, wenn es um das Anwerben von Fachkräften geht. Sie habe zwar gerne in Stuttgart gelebt, betont sie, "aber wenn man von einem Haus mit Garten träumt, dann kann man das hier auch realisieren. In Stuttgart braucht man das nicht einmal zu versuchen."

Innovative Unternehmen, interessante Berufsperspektiven, eine hohe Lebensqualität: Das und mehr macht aus ihrer Sicht das Potenzial der Region aus, das es noch mehr zu vermarkten gilt – um etwa das drängende Problem des Fachkräftemangels zu lindern oder Investoren neugierig zu machen.

Ihr Vorgänger Heinz-Rudi Link, der jetzt in den Ruhestand gegangen ist, war 15 Jahre lang im Amt. Er hat die Wirtschaftsförderungsgesellschaft wesentlich mit aufgebaut und geprägt. Das war ein nicht immer leichtes Unterfangen im Spannungsfeld von Unternehmensinteressen, Erwartungen der Kommunalpolitik und der Öffentlichkeit an eine kleine Einheit, die aktuell neben der Geschäftsführerin noch vier Mitarbeiter umfasst, aber 23 Gesellschafter und einen Aufsichtsrat mit 19 Mitgliedern aufweist. Dazu kommt, dass es recht unterschiedliche Vorstellung gab und gibt, was eine regionale Wirtschaftsförderungsgesellschaft leisten soll. Der Begriff Gewinnerregion etwa, der unter anderem auf Link zurückgeht, war als Wortschöpfung anfangs umstritten, viele wurden auch nie recht warm damit.

Gleichwohl hat es Link verstanden, der regionalen Wifög einen respektierten Platz unter den regionalen Institutionen zu verschaffen. "Es ist ihm gelungen, uns so zu etablieren, dass wir als wichtig wahrgenommen werden", lobt ihn seine Nachfolgerin. Es ist ein ganze Bandbreite von Handlungsfeldern entstanden, auf denen die regionale Wirtschaftsförderung heute aktiv ist.

Auf dieser Grundlage will Eisenlohr nun aufbauen. Erste kleine Akzente hat sie schon gesetzt: Das Logo zum Beispiel hat sie etwas modernisiert, ebenso wurde der Internetauftritt aufpoliert, der aber noch eine wesentlich umfassendere Neugestaltung erfahren soll. "Das ist eines der Fokusthemen: unsere Kommunikation zielgruppengerecht gestalten", erklärt sie.

Überhaupt soll das externe Standortmarketing über das Internet an Bedeutung gewinnen – der Wunsch sei ihr in vielen Gesprächen schon begegnet. "Die Unternehmen, zum Beispiel, sollen wissen, welche Dienstleistungen sie bei uns bekommen, auch Fachkräfte, die hierherziehen möchten, ebenso ansiedlungswillige Firmen."

Und wie steht es um den Begriff Gewinnerregion – wird der bleiben? Eisenlohr will dieses und weitere Themen bei einer Strategieklausur mit den Gesellschaftern und Aufsichtsräten der Wifög im Frühjahr 2018 beraten. Dabei soll die künftige Ausrichtung der Wifög erarbeitet und später offiziell beschlossen werden. Klar ist für sie aber, dass sie keine Energie in eine erneute Diskussion um die Regionsbezeichnung Schwarzwald-Baar-Heuberg stecken möchte: "Ich will das mit Schwarzwald-Baar-Heuberg gerne durchziehen – ganz einfach, weil das hier so heißt."

Zur Person

  • Dorothee Eisenlohr (35) aus Hechingen hat an der Universität Passau Sprachen, Wirtschafts- und Kulturraumstudien studiert. Danach folgten Tätigkeiten als Referentin Personalmarketing eines Unternehmens in Weiden in der Oberpfalz sowie für die IHKReutlingen, dann als Projektleiterin für den Geschäftsbereich Fachkräfte bei der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart. Von 2010 bis Ende 2016 war Eisenlohr beim Verband Region Stuttgart zuständig für den Bereich Internationale Beziehungenund überregionale Kooperation, zusätzlich 2012 und 2013 Geschäftsführerin desNetzwerks der Europäischen Metropolregionen in Deutschland. Zum 1. April hat sie die Geschäftsführung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Schwarzwald-Baar-Heuberg übernommen.
  • Wirtschaftsförderung: Die regionale Wifög soll die Region als Wirtschaftsstandort stärken und vermarkten. Die Handlungsfelder umfassen Netzwerk- und Infoveranstaltungen, Gewerbeflächen-Bewerbung (etwa auf Messen), Fachkräftesicherung, die Entwicklung des regionalen Gewerbegebietes in Sulz am Neckar sowie regionales Binnenmarketing und externe Standortbewerbung.

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