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Schwarzwald-Baar-Kreis Der Problemberg bei Paar-Streitigkeiten wächst

13.02.2012
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20 Jahre Paar- und Sexualberatung: Wie Pro-Familia-Mitarbeiterin Gitta Benker eine Zwischenbilanz zieht

20 Jahre ist die Paar- und Sexualberaterin Gitta Benker nun bereits bei der Fachstelle Pro Familia in Villingen-Schwenningen. Im Allgemeinen, so Benker, habe sich die Arbeit in den 20 Jahren ihrer Tätigkeit durchaus verändert. „Die Wahrnehmung unserer Stelle in der Öffentlichkeit ist heute eine völlige andere. Heute kommen Leute schneller mit ihren Problemen in die Beratung, dann, wenn man noch was retten kann“ konkretisiert Benker. Allerdings nehmen die Probleme an Schärfe zu. Ein breites Spektrum, das früher in dieser Form nicht so offensichtlich war. „Finanziell, seelisch, da gibt es viel bei den Klienten zu bearbeiten“, so Gitta Benker.

Von Vorteil allerdings sei die Tatsache, dass etliche Themen nicht mehr so tabuisiert würden wie früher. „Es gilt nicht mehr als Schande, zur Beratung zu gehen. Auch Männer kommen heute von sich aus zu uns. Das war früher anders, da ging es oft von den Frauen aus, sich Hilfe zu holen“, so Benker.

Auffällig sei, dass heute auch öfter ältere Paare in die Beratung kommen. „Mein ältestes Paar war über 70 Jahre alt. Man ist nicht mehr bereit, so schnell zu resignieren“, ist Gitta Benker überzeugt. Und manche wollten einfach die Trennung, auch wenn man gemeinsam alt geworden sei.

Schon vor über 15 Jahren absolvierte Gitta Benker als erste Therapeutin im Kreis eine Mediatorenausbildung. „Damals wusste kaum jemand, was das ist“, erinnert sich Gitta Benker. Zugute kam ihr und Pro Familia diese mehrjährige Ausbildung schon recht schnell, denn durch diese Form der Konfliktberatung ließen und lassen sich die unterschiedlichsten Formen des Streites lösen oder entschärfen.

Seien es nun Ehepaare, die im Scheidungsstreit liegen oder aber, wie schon geschehen, ganze Geschwistergruppen, die miteinander zurecht kommen wollen, die Mediation hat immer ihren Sinn. Aber auch in der Zusammenarbeit mit anderen Beratungsstellen hatte sich diese Ausbildung als Glücksfall herausgestellt.

So gründete sich Ende der neunziger Jahre das Forum Kind und Familie im Kreis, in dem Gitta Benker Mitglied ist und ihre Erfahrungen einbringen kann. Was nutzt Kindern bei einer Scheidung, welche Institutionen sollten Zusammenarbeiten und wer kann hier sinnvoll helfen? „Es ist besser, wenn Menschen eigene Lösungen entwickeln, um sich dann zu einigen, was ja der Sinn der Mediation ist“, so Benker.

Seit vier Jahren nun gibt auf eine gemeinsame Initiative des früheren Familienrichters Reiner Horn und Gitta Benker hin das „Kooperationsmodel Schwarzwald-Baar“. Hier kümmert man sich ausschließlich um jene Scheidungsfälle, die gerichtlich bearbeitet werden und wo Kinder betroffen sind.

Neben diesem Feld ist Benker weiter als Sexualberaterin bei der Pro Familia tätig. Und die Sexualpädagogik? „Das mache ich nicht mehr, aus dem Alter bin ich raus, da wächst man in andere Aufgaben hinein“, schmunzelt sie.

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