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Schwarzwald-Baar-Kreis Debatte um Sinn des Nationalparks

13.02.2012


Für die Einrichtung eines Nationalparks im Nordschwarzwald macht sich die Regionalgruppe Schwarzwald-Baar-Heuberg des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) stark. „Ruhe und Erholung, frische Luft und berührende Naturerlebnisse sind in unseren hektischen Zeiten keine belanglose Nebensächlichkeit, sondern ein Grundbedürfnis“, so die Regionalgruppe: „Ein Nationalpark kann dieses Bedürfnis stillen und die Sehnsucht nach Ursprünglichkeit erfüllen.

Natur und Wildnis sind in einem Nationalpark ideal erlebbar“.

Mit dieser Stellungnahme reagiert der BUND auf eine Meldung im SÜDKURIER, dass sich die Junge Union (JU) Schwarzwald-Baar jüngst gegen das Nationalpark-Projekt der grün-roten Landesregierung ausgesprochen hat. Der JU-Kreisverband hatte dazu auch erfolgreich den JU-Bezirksverband Südbaden hinter sich geschart: Alle südbadischen JU-Kreisverbände hätten einen Antrag der JU Schwarzwald-Baar angenommen, den Nationalpark abzulehnen.

Der Sprecher des JU-Kreisverbandes, Kai Palme aus Niedereschach, hatte die kritische Haltung mit den möglichen Auswirkungen auf die Forstwirtschaft begründet: „Der Nationalpark könnte sich zu einer ernsten Bedrohung für die Holzwirtschaft entwickeln“. Die regionalen Sägewerke, die überwiegend noch in Familienbesitz seien, könnten in ihrer Existenz bedroht sein. „Die internationalen Kriterien schreiben vor, dass ein Nationalpark mindestens 10 000 Hektar betragen muss. Dies würde bedeuten, dass mindestens über 50 000 Erntefestmeter jährlich fehlen würden“, hatte Palme in einer Mitteilung ausgeführt.

Außerdem sprechen aus Sicht der Jungen Union die finanziellen Aspekte gegen den Schwarzwald-Nationalpark: „Schon die Kernzone mit 7500 Hektar hätte einen Marktwert von 200 Millionen Euro, ohne den jährlich fehlenden Nutzungsverzicht einzuberechnen“.

Die BUND-Regionalgruppe verweist dagegen darauf, dass sich viele Menschen und Organisationen einen Nationalpark in Baden-Württemberg wünschten, „angefangen vom Bundesamt für Naturschutz über die Tourismus-Verantwortlichen des Landes, Hoteliers und Gastwirte bis zu Naturschützern“.

Ein Nationalpark sei ein „Aushängeschild und Magnet für Touristen, die das Ursprüngliche und die Natur suchen“, so BUND-Regionalgeschäftsführer Claus Ding. Neben Rheinland-Pfalz sei Baden-Württemberg das einzige Flächenland Deutschlands ohne Nationalpark. „Dabei ist ein Drittel der Landesfläche mit Wald bedeckt – wo, wenn nicht hier soll es Platz für wilde Wälder geben“, so Dinges: „Wenn wir Deutschen – zu recht – fordern, dass Brasilien seine Regenwälder schützt, müssen wir auch vor der eigenen Haustür aktiv werden“.

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