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Villingen-Schwenningen Dampf unterm Kessel beim DAV

Bei der Hauptversammlung des DAV ging es so emotional zu, wie bislang selten. Die Diskussion um die Boulderhalle in Villingen nahm viel Raum ein und dann folgte noch eine weitere Überraschung: Peter Müller wurde zum Nachvolger des bisherigen Vorsitzenden Martin Kramer gewählt.

Am vergangenen Freitag hatte der Deutsche Alpenverein (DAV) Sektion Schwarzwald zur Hauptversammlung geladen und schnell wurde klar, dass dieser Abend sehr emotional werden würde. Angesichts des großen Andrangs, insgesamt zählte man 89 stimmberechtigte Mitglieder und weitere Gäste, mussten in aller Eile weitere Stühle herangekarrt und aufgestellt werden.

Bereits bei den ersten Berichten der Beiräte wurde vielfach das eigentlich berührende Thema des Abends angesprochen, der Umgang mit dem nicht unumstrittenen Horst-Eckart Göppinger und einer vertraglichen Regelung zur Nutzung der neuen Boulderhalle Upjoy in Villingen.

Bereits im Vorfeld hatte der bis dahin amtierende zweite Vorstand und Befürworter Tim Rothbauer aus Protest gegen eine Beiratsentscheidung, die sich gegen eine Vereinbarung mit Göppinger richtete, sein Amt zur Verfügung gestellt. Eine lebendige Diskussion pro und kontra Boulderhalle und über den von nahezu allen Anwesenden als unglücklich empfundenen Umgang mit Tim Rothbauer, entwickelte sich auf Betreiben des Vorsitzenden Martin Kramer aber erst nach der Pause.

Dieser zweite Teil der Versammlung hielt allerdings auch eine Überraschung bereit. Mit der Bewerbung von Peter Müller für das Amt des ersten Vorsitzenden bekam die erneute Kandidatur von Martin Kramer eine ganz besondere Spannung, die aber in der Folge verloren ging, als der bis Kramer seine erneute Bewerbung zurückzog. Überraschungskandidat Peter Müller – "bis heute Morgen wusste ich selber noch nichts davon" – wurde mit 71 von 84 Stimmen gewählt. Zuvor war über das umstrittene Thema Boulderhalle heftig und mit vielen Wortmeldungen diskutiert worden.

Der zurückgetretene Tim Rothbauer, der persönlich nicht anwesend war, konnte sich über viele Sympathiebekundungen freuen und viele der Anwesenden bedauerten seinen Schritt und fragten gleichzeitig nach, wie es jetzt weitergehe mit der vom Verein betriebenen Fritzbox, einer Trainingsmöglichkeit für Kinder und Jugendliche. Hier war Tim Rothbauer überaus engagiert und beliebt, einige Mitglieder hatten ihm allerdings insbesondere beim Thema Boulderhalle Upjoy einen Interessenskonflikt unterstellt, weil er nebenberuflich beim Betreiber Horst-Eckart Göppinger beschäftigt sei. Diesen Interessenskonflikt habe man im Vorstand aber nie gesehen, machte Vorsitzender Martin Kramer deutlich und er habe bei den Verhandlungen mit Göppinger immer ein gutes Gefühl gehabt.

Im Laufe der Diskussion wurde zudem deutlich, dass dieses Thema den Verein noch eine ganze Weile beschäftigen werde und, dass man hoffe, dass der engagierte Tim Rothbauer für die Jugendarbeit insbesondere in der Fritzbox nicht für immer verloren sei. Ob man für die Zusammenarbeit mit dem Upjoy Betreiber Göppinger überhaupt eine vertragliche Vereinbarung brauche, wurde infrage gestellt, während eine von einem Mitglied beantragte Abstimmung hierüber gar nicht erst zustande kam.

Dass über diese Diskussion die anderen Themen, über die von den Beiräten berichtet wurde, an Aufmerksamkeit verloren war eine eher natürliche Konsequenz. Fest steht, dass das Thema Boulderhalle und Horst-Eckart Göppinger beim Deutschen Alpenverein Sektion Schwarzwald noch lange nicht vom Tisch ist. Für den überraschend als zweiter Vorsitzender ausgeschiedenen Tim Rothbauer wurde an diesem Abend Peter Fuchs gewählt, der bei der Bewerbung um dieses Amt im vergangenen Jahr an nur einer fehlenden Stimme gescheitert war. Allerdings gab es in diesem Jahr 17 Gegenstimmen und der ebenfalls zur Wahl stehende Pressesprecher Peter Schütte konnte auch kein einstimmiges Votum für seine Person registrieren. Der aus dem Amt ausgeschiedene Martin Kramer wurde zum Kletterreferent bestimmt, hatte aber vor seiner Wahl betont, dass er mit Bouldern nicht viel am Hut hätte.


Der Aplenverein

Peter Müller, Vorsitzender es DAV Sektion Schwarzwald, ist 48 Jahre alt, stammt aus St. Georgen und ist nach eigener Aussage über die Familiengruppe zum DAV gekommen. Der DAV mit Bundesgeschäftsstelle in München ist Dachverband für mehr als 350 eigenständige Mitgliedsvereine die als Sektionen bezeichnet werden. Die Sektion Schwarzwald konnte im vergangenen Jahr einen Mitgliederzuwachs von sieben Prozent verzeichnen und hat aktuell 3103 Mitglieder.

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