Mein

Schramberg Bürger gegen Schließung

Schramberg – Noch vor der Sommerpause wird der Kreistag über die Zukunft des Krankenhauses entscheiden. Nach einem Bieterwettbewerb kommen drei Möglichkeiten infrage.

Ob die Pforten des Schramberger Krankenhauses geöffnet bleiben, entscheidet der Kreistag noch vor der Sommerpause.
Ob die Pforten des Schramberger Krankenhauses geöffnet bleiben, entscheidet der Kreistag noch vor der Sommerpause. | Bild: Bild: Kügler

Die Kreislösung sieht den Erhalt der Standorte Rottweil, Oberndorf und Schramberg vor, will aber das alte Schramberger Krankenhaus schließen und stattdessen in Sulgen eine so genannte Portalklinik mit 40 Betten errichten.

Der private Krankenhauskonzern Mediclin will Rottweil zum Zentralkrankenhaus ausbauen und die Innere Abteilung, die Chirurgie und die Gynäkologie in Schramberg erhalten. Zusätzlich soll Schramberg einen geriatrischen Schwerpunkt mit einer Palliativstation bekommen. Wenn es nach dem Willen des Konzern Helios geht, wird Schramberg geschlossen. Dann müssten Patienten auch aus der Umgebung zum Beispiel nach Rottweil oder Villingen-Schwenningen ins Krankenhaus. Der SÜDKURIER wollte wissen, welche Auswirkungen die Bevölkerung im Fall einer Schließung sieht.

„Wenn Schramberg zumacht, mache ich keine Kinder mehr“, erklärt Rabije Zekaj. Sie habe zweimal gut in Schramberg entbunden. In Rottweil oder Villingen würde sie niemand besuchen, und auch ihr Mann mit den beiden Kindern könnte dann nicht jeden Tag kommen. Auch Monika Brüstle aus Lauterbach war schon mehrfach Patientin im Schramberger Krankenhaus und mit der Behandlung sehr zufrieden.

„Wenn Schramberg zumacht, wäre das echt der Hammer“, sagt sie. Am schlimmsten betroffen seien Kinder und ältere Menschen, weil sie keine Besuche mehr bekämen. Monika Brüstle denkt auch an die Arbeitsplätze, die dann verloren gehen würden. „Alle können bestimmt nicht übernommen werden.“ Für die 77-jährige Hilde Fischl wäre die Schließung „ganz arg“. Der Besuch von älteren Menschen ohne Auto wäre stark eingeschränkt, weil das Busfahren Zeit und Geld kostet, ist sie sicher. Zur Sicherung der Grundversorgung ist auch Gerhard Rudolphy „total für die Erhaltung.“ Er sieht Besuchsprobleme für das Umland mit schlechter Busverbindung. Außerdem sei ihm ein Fall bekannt, wo eine Frau mit Steißlage des Babys von Villingen aus ans Schramberger Krankenhaus verwiesen worden sei, weil „die Gynäkologen dort die einzigen sind, die das hinbekommen.“

Sichern Sie sich jetzt SÜDKURIER Digital und erhalten Sie dazu das iPad Air 2. Sie erhalten damit die Digitale Zeitung und Zugang zu allen Inhalten bei SÜDKURIER Online.
Exklusive Bodenseeweine
Korrekturhinweis
Neu aus diesem Ressort
Schramberg
Schramberg
Schramberg
Schramberg
Schramberg
Schramberg
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren
    Jetzt Newsletter anfordern:
    © SÜDKURIER GmbH 2017