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Schonach Schonacher Olympiasieger wird Opfer von Hacker

12.06.2012
Schonach -  978 Bekannte von Hans-Peter Pohl schreckt ein Hilferuf auf: Laut einer E-Mail soll der Schonacher in Schottland gestrandet sein. Ein fieser Trick von Betrügern, die sein E-Mail-Postfach geknackt hatten.

Im Gegensatz zu seiner Moderation beim After Work Shopping (Bild) hat Hans-Peter Pohl wenig Vergnügen beim Hacker-Angriff auf sein E-Mail-Account.  Bild: ArchivBolkart

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Mit einer ungewöhnlichen Bitte trat der Schonacher Hans-Peter Pohl am Freitagmorgen, scheinbar gestrandet in Schottland, an zahlreiche Bekannte und Geschäftspartner heran: „lch hoffe, du hast dies schnell erhalten, ich bin nach Edinburgh, Schottland, verreist und habe meine Tasche verloren samt Reisepass und Kreditkarte.

Ich wollte dich fragen, ob du mir ein bisschen Geld so schnell wie möglich leihen kannst. Ich gebe es dir zurück, sobald ich da bin“, hieß es in einer Mail von ihm.

Aber an der Geschichte war nichts dran, Pohl auch gar nicht der Verfasser. Sein E-Mail Account war offenbar einem Hacker zum Opfer gefallen, der umgehend versuchte, diesen erfolgreichen Angriff zu versilbern. 650 Euro, so der Unbekannte, solle auf ein Konto einer Bank überwiesen werden.

„Erst mal total übel“, sagt Hans-Peter Pohl, sei es ihm und seiner Frau Anja gegangen, als sie durch die erste besorgte telefonische Rückfrage mit dem Angriff konfrontiert wurden. Fünf Minuten, nachdem der vermeintliche Hilferuf abgesendet wurde, klingelte bei Pohls das Telefon. Im Laufe des Tages beantworteten sie über 70 Telefonate.

„Bis nach Österreich“, sagte Hans-Peter Pohl, „reichte die Welle der Hilfsbereitschaft von Leuten, die dachten wir wären in Nöten.“ Nach seinem Kenntnisstand überwies allerdings keiner der 978 Angeschriebenen den gewünschten Betrag. Die meisten Adressaten reagierten auf den Hilferuf via Internet gar nicht erst und einige kontaktierten die Familie direkt, sodass niemand zu Schaden gekommen sei.

Der Account indes war für den ganzen Tag lahmgelegt, erst gegen 22.30 Uhr konnte Hans-Peter Pohl mit Gegen-Mails die Lage klären. Darin entschuldigte er sich für die Unannehmlichkeiten, die der Hackerangriff verursacht habe und dankte gleichzeitig für die angebotene Hilfe. „Es ist ja schön, zu wissen, dass man so viele Menschen hat, die einem helfen würden“, bilanzierte Hans-Peter Pohl, nachdem sich die Aufregung wieder gelegt hatte. Zugleich sei ihm der Vorfall peinlich, da sich viele Sorgen gemacht hätten.

Seine E-Mail-Adresse behält ihre Gültigkeit. Wenn es Hackern gelinge, bis ins Pentagon vorzudringen, dann biete eine neue Adresse wohl auch nicht mehr Schutz, gibt sich Pohl keiner Illusion hin. Zudem hängen alle Geschäftsverbindungen am bekannten Account und er ist auf allen Visitenkarten und Flyern von „to-be-active“ vermerkt. Entsprechend dieser unerfreulichen Erfahrung rät Pohl, das Internet nicht zu unterschätzen und nicht jeder Neugier nachzugeben.

Das deckt sich mit den Ratschlägen von Oberkommissar Andreas Schultze. Der hatte selbst schon eine ähnliche Situation wie Hans-Peter Pohl erlebt. „Wenn ich Hilfe brauche, mache ich es per Telefon“, äußert er sich zur nach wie vor beliebten Masche. Auf Hilfemails reagiere man gar nicht erst, ließ er keinen Zweifel. Gehackt werden, das passiere allerdings öfter und werde nicht immer gleich bemerkt.

Bequemlichkeit, Nachlässigkeit und die Unterschätzung des Internets machten es den Hackern auch nicht weiter schwer. „Konten knacken ist für die kein Problem“, bestätigte Andreas Schultze. Schon beim normalen PC-Gebrauch hinterlasse jeder viele Spuren, die ein Eigenleben entwickeln können. „Die kriminelle Energie ist genauso grenzenlos wie das World Wide Web“, weiß der Oberkommissar.

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