Schonach Motorradfahrer bleiben ein Problem

Motorradlärm und -tempo haben vor allem am Wochenende auf der L 109 extrem zugenommen. Vermutlich hat sich das Problem von der B 500 hierher verlagert. Bei der Vorstellung der Kriminalitäts- und Verkehrsstatistik im Schonacher Gemeinderat wurde außerdem klar: Die Cyberkriminalität ist auch in Schonach angekommen.

Der Erste Polizeihauptkommissar Udo Littwin und Polizeihauptkommissar Gunter Feis vom Polizeirevier St. Georgen und Polizeiposten Triberg stellten im Schonacher Gemeinderat die Kriminal- und Verkehrs-Unfallstatistik für die Gemeinde vor. Udo Littwin begrüßte die Gemeinderäte am Dienstagabend und führte aus, dass man nun wohl tatsächlich zum letzten Mal als Beamte des Polizeipräsidiums Tuttlingen zu Gast sein werde, da das Polizeirevier St. Georgen künftig dem Präsidium Konstanz zugeschlagen wird. „Aber keine Angst, wir sind nach wie vor für Sie da, daran wird sich nichts ändern“, so Littwin.

Laut Innenminister Strobel, führte Littwin aus, sei Baden-Württemberg nach wie vor das sicherste Bundesland und laut Polizeipräsident habe man im Präsidium Tuttlingen die höchsten Aufklärungsquoten. Das spiegelt sich auch in den Zahlen von Schonach wieder.

Die Häufigkeitszahl – hier werden zur Vergleichbarkeit des Kriminalitätsaufkommens aller Kommunen die Fälle auf 100 000 Einwohner hochgerechnet – liegt in Schonach bei 2893. Zum Vergleich: die des Landes liegt bei 5599, des Regierungspräsidiums Freibug bei 6433 und des Schwarzwald-Baar-Kreises bei 4311. Zwar eine recht gute Zahl für Schonach, bedauerlich allerdings, dass es im Vergleich von 84 Fällen im Jahr 2015 im Jahr 2016 eine Steigerung auf 116 Fälle gab. Das war vor allem der Rauschgiftkriminalität geschuldet, hatte man hier 2015 fünf Fälle, waren es 2016 sogar 20. „Wir haben das Augenmerk vor allem auf diesen Bereich gelegt und konnten in Schonach einen Umschlagplatz stilllegen“, freute sich Littwin. Gestiegen waren auch die Vermögens- und Fälscher-Delikte. Littwin hierzu: „Die Cyberkriminalität ist auch in Schonach angekommen und erklärt den Anstieg in diesem Bereich.“

Erfreulich für ihn und seine Kollegen und Kolleginnen: Gewalt gegen Polizeibeamte gab es auch 2016 in Schonach nicht. Die Aufklärungsquote lag in Schonach bei 67,2 Prozent (2015: 60,Prozent). Im Bereich tatverdächtige Asylbewerber gab es 2016 fünf Fälle (2015: 3), bei den Tageinbrüchen waren es 2016 drei Fälle (2015: 5).

Erfreulicher sind die Zahlen bei den Verkehrsunfällen. Hier gab es zwar immer noch neun Unfälle mit Verletzten, allerdings glücklicherweise nur Leichtverletzte. Zum Vergleich: 2015 waren es zwölf Unfälle mit einem Toten, drei Schwer- und zehn Leichtverletzten.

„Ich rede hier leichtfertig über Fallzahlen“, schloss Littwin. Ihm sei aber wohl klar, dass jede Straftat und jeder Verkehrsunfall – vor allem mit Todesopfer – eine schwere Belastung für die Betroffenen sei. Er dankte bei Bürgermeister Jörg Frey, der Gemeindeverwaltung und vor allem der Feuerwehr für die gute Zusammenarbeit.

Den Dank konnte Frey zurückgeben. Die Statistiken sähen gut aus, einzig ein Problem sehe er. Und das seien die Motorradfahrer auf der L 109. Hier hätten Lärm und vor allem Tempo extrem zugenommen, vor allem an den Wochenenden. Man habe schon mit dem Verkehrsamt des Landratsamtes Kontakt aufgenommen, bitte aber auch die Polizei um Unterstützung.

Littwin ist dieses Problem wohl bekannt. Er war der Meinung, dass dies eine Verschiebung des Motorradverkehrs von der B  500 auf die L 109 sei. „Auf der B 500 haben wir einige Maßnahmen getroffen, vor allem die geriffelten Mittelstreifen stören die Motorradfahrer extrem“, wusste er. Er riet zu einer Verkehrsschau, bei der man solch eine Maßnahme auch für die L 109 anregen könnte. Und er wusste auch, dass Verkehrskontrollen zwar punktuell Abhilfe schafften, aber diese ja nicht dauerhaft durchgeführt und somit verpuffen würden.

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