Schönwald – Von der Idee, den Parkplatz beim Dobelskilift zu einem Wohnmobilstellplatz mit zehn Plätzen umzubauen, hat der Gemeinderat vorübergehend Abstand genommen. Bürgermeister Hans-Georg Schmidt rechnete dem Gremium vor, dass die zu erwartenden Einnahmen nicht annähernd die jährlichen Unterhaltskosten decken würden.
Als Grundlage für seine Berechnung nahm Schmidt die in der Region üblichen Stellplatzgebühren. Die betragen zwischen fünf und sieben Euro pro Wohnmobil und Übernachtung. Zuzüglich einer Gebühr für Wasser und Abwasser. Damit würde die Gemeinde auf keinen grünen Zweig kommen.
Wie Schmidt sagte, würde das Anlegen des Wohnmobilstellplatzes 25 000 Euro kosten. Der Grundstückseigentümer könnte die Erdaushubarbeiten selbst übernehmen. Schmidt schlug außerdem vor, den Platz nur von Ostern bis November für Wohnmobile zuzulassen. In der Wintersaison sollte der Parkplatz den Autofahrern vorbehalten bleiben, die an den Dobelskilift zum Skifahren kommen. „Zehn Wohnmobile bringen pro Tag 70 Euro. Wenn hier 40 Autos parken mit durchschnittlich drei Personen, die eine Tageskarte kaufen sind das pro Tag 1200 Euro.“
Bei einer Auslastung von 75 Prozent während der verbleibenden 32 Wochenenden, an denen der Wohnmobilstellplatz genutzt werden könnte, kam Schmidt zu dem Ergebnis, dass die Gemeinde dadurch einen jährlichen Abmangel von zwischen 4000 und 5000 Euro zu tragen habe.
Die Räte zeigten sich angesichts der schwierigen Haushaltslage einsichtig. „Ich bin zwar einer der Befürworter für diesen Stellplatz. Angesichts der Haushaltssituation können wir im Tourismusbereich derzeit aber keine weiteren Investitionen tragen“, sagte Johannes Göppert (FWV). Adalbert Oehler (CDU) sähe den Wohnmobilstellplatz zwar als eine Art Wirtschaftsförderung. „Die Gäste gehen ja auch essen und kaufen ein.“ Doch auch er sprach sich für eine Rückstellung des Vorhabens aus. Gerhard Dessecker (FWV) sagte, wenn das Vorhaben wenigstens auf Null aufgehe, könne man es machen.
Von dem Vorschlag, die Übernachtungsgebühren einfach höher anzusetzen, um so die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben zu schließen, hält Bürgermeister Schmidt nichts. „Dann kommt keiner, dann fahren sie alle in den nächsten Ort.“ Clemens Herrmann (CDU) kann dieses Argument nicht verstehen. „So ein Wohnmobil kostet zwischen 70 000 und 150 000 Euro. Und dann geht es bei den Leuten an zwei Euro für die Übernachtung aus.“ Der Rat beschloss, das Thema zu vertagen und die Problematik im Frühjahr nächsten Jahres erneut zu beraten.
