Schönwald (kim) Eine längere Diskussion gab es in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend um die Haltung von Hunden. Anlass war die Polizeiverordnung der Gemeinde aus dem Jahre 2001, die auf Wunsch der Verwaltung überarbeitet werden soll. Mehrere Punkte sollen dabei neu geregelt oder ergänzt werden, wie zum Beispiel das Verbrennen von Abfällen, die Vermeidung von Verkehrsbehinderungen und der Heckenschnitt bei Anpflanzungen. Das Entfachen von Grillfeuern und das Anzünden offener Feuer im Freien wurde ebenso wie die Abfallbeseitigung durch Feuer neu in den Satzungsentwurf aufgenommen, wie Hauptamtsleiter Christian Wörpel erläuterte. Die Bürgervertreter waren sich in all diesen Punkten ziemlich einig, jedoch wurde zum Schluss die Zustimmung zu der abgeänderten Satzung verschoben.
Der einzige Knackpunkt war die Hundehaltung, über die kontrovers im Rat diskutiert wurde. Dabei ergab sich eine deutlich andere Sicht der Hundeliebhaber und Hundebesitzer auf der einen Seite gegenüber den Gemeinderäten, die von der Gefährlichkeit mancher Hunde überzeugt sind. Schon im Vorfeld der Gemeinderatssitzung hatte sich Bürgermeister Hans-Georg Schmidt an die Öffentlichkeit gewandt, weil es in letzter Zeit vermehrt Beschwerden gab über Verschmutzungen durch Hundekot.
Der Rathauschef erinnerte daran, dass Hundebesitzer oder Hundeführer dafür sorgen müssen, dass keine Hundehäufchen auf Gehwegen, Spielplätzen, Erholungsanlagen oder fremden Grundstücken hinterlassen werden. „Es gibt in der Gemeinde drei Dog-Stationen, wo man Beutel entnehmen und den Kot entsorgen kann“, argumentierte Schmidt und drohte allen, die sich nicht an diese Regel halten, ein Bußgeld an.
In der Sitzung aber ging es vorwiegend um den Leinenzwang für Hunde. Auch Hofhunde müssen an die Kette gelegt werden, damit sie andere nicht gefährden, hieß es von Seiten der Verwaltung. „Wenn Hofhunde keinen freien Auslauf haben, dann werden sie aggressiv“, argumentierte CDU-Gemeinderat Adalbert Oehler. Seine Fraktionskollegin Christine Zimmermann wies darauf hin, dass es in Schönwald ein Haus gibt, an dem Kinder auf dem Schulweg sich nicht trauen vorbeizugehen, aus Angst vor dem bissigen Hund. Ilona Löffler von den Freien Wählern räumte ein, dass sie schon oft wegen einem gefährlichen Hund Medikamente nicht ausliefern konnte.
Die Ratsmitglieder wünschten von der Verwaltung vor einer Abstimmung einen Entwurf mit verschiedenen Formulierungen in Bezug auf Hundehaltung, damit eine Auswahl möglich ist.
