Schönwald – Naturschutz ist ein Aspekt der Ausbildung zum Forstwirt. Schüler des forstlichen Ausbildungszentrums „Mattenhof“ in Gengenbach bekommen bei den Arbeiten im Gebiet am Farnberg Einblick in die Praxis ihres Berufs und die Möglichkeit, den sozialen Umgang untereinander noch mehr zu festigen.Das Projekt in freier Natur ist für die Schüler des Ausbildungszentrums Mattenhof aus Gengenbach eine willkommene Abwechslung während ihres Blockunterrichts.
Längst ist den Auszubildenden zum Forstwirt klar, dass der Beruf recht vielseitig ist und ein Forstwirt weit mehr als nur Bäume fällen und setzen muss. Naturschutz, Wegebau, Pflanzen und Artenschutz, aber auch Maschinenkunde und vor allem Teamarbeit werden im Berufsbild des Forstwirts großgeschrieben.
Forstwirtschaftsmeister Urban Keller hat sich für ein Tagesprojekt mit dem Sachgebietsleiter des Kreisforstamtes, Johannes von Stemm, in Verbindung gesetzt und ein Gebiet am Farnberg ausgesucht. „Zurück zu den Wurzeln“, lacht er, denn er stammt ursprünglich aus Schonach. Anhand einer Karte zeigt von Stemm die verschiedenen, farbig gekennzeichneten Gebiete, die Heimat für besonders gefährdete Pflanzen und Arten sind. „Auf dieser Fläche wachsen unter anderem viele geschützte und seltene Blumen wie beispielsweise das Knabenkraut, es ist deshalb sehr wichtig die wenigen Flächen frei zu halten“, erklärt von Stemm. Erfreut beobachtet er die Arbeit der etwa 20 tatkräftigen jungen Männer, die mit Maschinen und Motorsägen zugange sind. „So viele Männer wie hier an einer Stelle arbeiten, sind sonst für den Staatswald im gesamten Gebiet des Schwarzwald-Baar-Kreises tätig“, betont er. Die wieder frei gemachten Flächen bieten nicht nur Pflanzen und Tieren eine Heimat, sondern beispielsweise auch für den Tourismus ist es wichtig, dass die wundervollen Ausblicke in die Wälder und Täler erhalten bleiben.
„Wir suchen natürlich immer wieder Gebiete in der näheren Umgebung, an denen wir für einen Tag solche praxisbezogenen Maßnahmen verwirklichen können“, erklärt Urban Keller. Alle müssen an solchen Tagesprojekten mitziehen. Bie der Küche angefangen über die Planung bis hin zur Ausführung ist es ein gemeinschaftliches Unternehmen. „Für das Klassengefüge und den Teamgeist ist das natürlich alles sehr förderlich“, so der Forstwirtschaftsmeister. Teilgenommen haben an dem Projekt insgesamt drei Klassen des Ausbildungszentrums Mattenhof, wovon in drei Tagen jeweils eine Klasse einen Teil der geplanten Aktion ausgeführt hat.
Bis zum Mittag ist bereits ein Großteil der Bäume an der steil abfallenden Böschung gefällt. Mit Hilfe modernster Forstmaschinen kommen die jeweiligen Klassen zügig voran. Doch auch das Aufräumen muss erledigt werden und auf die angehenden Forstwirte wartet noch jede Menge Arbeit. Mit dem Ausblick auf einen gemeinschaftlichen Abschluss am Lagerfeuer gegen Abend legt sich die Gruppe noch einmal so richtig ins Zeug. Johannes von Stemm ist froh über die fachkundige Hilfe der insgesamt 75 Schüler, um die Kulturlandschaft in der Region erhalten zu können. Alleine wären solche Projekte nur schwer zu verwirklichen.