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15.04.2012  |  1 Kommentare

Rottweil Großeinsatz: Polizei schließt Rockerclubheim in Rottweil

Rottweil -  Scharfe Waffen, Munition und Rauschgift hat die Polizei im Vorfeld einer geplanten Rocker-Party in Rottweil bei einem Singener Clubmitglied des Rockerclubs MC Red Devils gefunden. Das Clubheim der „Red Devils“ in Rottweil von insgesamt rund 120 Beamten am Wochenende durchsucht und zeitweise geschlossen.

Die Red Devils gelten als eine Art Nachwuchsorganisation der Hells Angels.  Bild: Daniel Reinhardt (dpa)



Auslöser des Polizeieinsatzes war eine Kontrolle eines 50-jährigen Schweizer Staatsbürgers, der die grüne Grenze in die Bundesrepublik überquerte. Als die Zollbeamten den Mann durchsuchten, der nach Angaben der Polizeidirektion Rottweil als hochrangiges Mitglied des Motorradclubs (MC) „Red Devils“ Singen gilt, wurden fünf Gramm Kokain gefunden. Außerdem hatte er einen Zimmerschlüssel für ein Hotel in Rottweil bei sich.

Das rief die Kriminalpolizei Rottweil auf den Plan, denn sie wurde von den Kollegen des Zolls beauftragt, auch das Hotelzimmer nach Rauschgift zu durchsuchen. „Die Beamten staunten nicht schlecht, als sie im Hotelzimmer rund 30 Gramm Kokain – portionsweise zum Verkauf verpackt – drei scharfe Pistolen, einen Revolver sowie eine Maschinenpistole nebst 400 Schuss Munition für die Waffen auffanden“, so die Polizeidirektion Rottweil in ihrem Bericht vom Wochenende.

Erkenntnisse der Ermittlungsbehörden, wonach sich der 50-jährige bereits am Donnerstag im Clubheim der Red Devils in Rottweil aufgehalten hatte und der Veranstalter der Party die „Red Devils“ aus Singen waren, begründeten den Verdacht, dass er als Drogen- und Waffenkurier für andere Red Devils Mitglieder fungierte. Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass im Clubheim noch weitere Waffen und Rauschgift deponiert ist, wurde die Durchsuchung der Räumlichkeiten vom Bereitschaftsrichter angeordnet.

Spezialkräfte drangen noch am Freitagabend ins Clubheim ein und durchsuchten die anwesenden Personen, das Gebäude und die Fahrzeuge. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich insgesamt 13 Personen im Gebäude, alles Mitglieder der „Red Devils“ der Chapter MC Rottweil und MC Singen, sowie ein Mitglied der „Hells Angels“ MC Black Forest Lahr. Während der Maßnahmen erschien ein weiteres Mitglied der „Hells Angels“ am Clubheim. Die Beamten durchsuchten das Fahrzeug des ankommenden Mannes mit dem Rauschgiftspürhund und dieser schlug sofort an. Unter dem Fahrersitz waren 500 Gramm Marihuana und 30 Gramm Kokain versteckt. Der 31-jährige wurde festgenommen.

Bei der Durchsuchung des Gebäudes wurden Schlagwerkzeuge, Messer und verbotene Gegenstände gefunden. Außerdem trug ein Mitglied in der Tasche ein angefangenes Briefchen mit Kokain bei sich in der Bauchtasche. Die Beamten beschlagnahmten auch einen PC und zwei Laptops, sowie mehrere Datenträger.

Während der Durchsuchung rastete das noch anwesende Mitglied der Hells Angels aus und versuchte an den anwesenden Polizeibeamten vorbei ins Freie zu gelangen. Die Beamten mussten den Mann überwältigen, um sein Vorhaben zu verhindern. Gegen den leicht alkoholisierten 37-Jährigen werden Ermittlungen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte geführt.

Allen anwesenden Rockern wurde von der Polizei ein Platzverweis für die Stadt Rottweil ausgesprochen und sie mussten nach der Beendigung der Maßnahme sofort den Heimweg antreten. Das Clubheim wurde nach der Räumung und Durchsuchung von der Polizei verschlossen und dem Verantwortlichen der Red Devils, MC Rottweil, untersagt, das Clubheim vor Sonntagmorgen zu nutzen. Die ganze Nacht und auch am Samstag war die Polizei direkt vor Ort präsent, um die Untersagung der Nutzung und die Platzverweise zu überwachen. Während des gesamten Tages kam es in Rottweil zu keinen weiteren Vorkommnissen mit Rockern. Die geplante Party wurde noch am Freitagabend in Rockerkreisen abgesagt und eine Anreise von Gästen erfolgte nach Feststellungen der Polizei nicht.

Der Schweizer Waffenhändler der Red Devils und der in Rottweil festgenommene Drogenkurier der Hells Angels wurden am Samstagnachmittag dem Haftrichter vorgeführt, der die Untersuchungshaft für die Beiden anordnete. Nur durch den schnellen und konsequenten Einsatz der Polizei konnten weitere Straftaten verhindert werden.

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