Niedereschach Yvonne Jerger spricht über Schlaganfall und die Folgen

Niedereschach – Sicherlich spielte da bei vielen auch der Wunsch mit, die in Niedereschach aufgewachsene und jetzt in der Klinik Schmieder Allensbach tätige Ärztin und Neurologin Yvonne Jerger wieder einmal in Niedereschach begrüßen zu können. Auf jeden Fall platzte das Hildegard-Strohm-Stüble am Mittwochabend bei ihrem vom Forum Niedereschach organisierten Vortrag zum Thema Schlaganfall schier aus den Nähten.

Yvonne Jerger (links) ist Neurologin an der Schmieder Klinik Allensbach: Im Hildegard-Strohm-Stüble spricht sie über Schlaganfälle.
Yvonne Jerger (links) ist Neurologin an der Schmieder Klinik Allensbach: Im Hildegard-Strohm-Stüble spricht sie über Schlaganfälle. | Bild: Bild: Bantle

Weitere Stühle aufzustellen, war auch nicht möglich, da schlichtweg keine mehr da waren.

Den Schlaganfall erkennen, behandeln und vermeiden, dies waren die Themen des mit anschaulichen Bebilderungen untermauerten Fachvortrages von Yvonne Jerger. Angefangen mit beeindruckenden Zahlen, nach denen bundesweit täglich bis 700 Menschen einen Schlaganfall erleiden, von denen 25 bis 40 Prozent innerhalb eines Jahres sterben. Wiederum zwei Drittel, die einen Schlaganfall überleben, bleiben lebenslang in irgendeiner Form behindert.

Was dies volkswirtschaftlich bedeutet, lasse sich an folgenden Zahlen erst ermessen: Ein Schlaganfallpatient koste in den ersten zwölf Monaten 18 000 Euro und lebenslang 109 000 Euro, dies zusammen hochgerechnet ergebe bundesweit jährlich den Betrag von 7,5 Milliarden Euro. Große Bedeutung maß die Referentin dem rechtzeitigen Erkennen der Schlaganfallsymptome durch Angehörige oder Anwesende bei.

Dabei gelte der Grundsatz: Lieber Notarzt und Rettungsdienst einmal zu viel als einmal zu wenig holen, denn dann kann es bereits zu spät sein. Nicht weniger wichtig nannte sie die Risikofaktoren, dabei in erster Linie Rauchen, erhöhtes Cholesterin, hoher Blutdruck, Übergewicht und das zunehmende Alter. Wesentlich dabei, die Anzeichen eines Tias (transitorische ischämischeAttacke, vorübergehender Durchblutungsmangel) zu erkennen, oft nur ein vorübergehendes Symptom, was jedoch in den meisten Fällen einen echten Schlaganfall nach sich zieht.

Deshalb, so die dringliche Mahnung, bei den ersten Anzeichen und natürlich erst recht beim Schlaganfall sofort den Notruf über die 112 abgeben, denn mit jeder Minute, die ungenutzt verstreicht, nimmt das Gehirn zusätzlich Schaden. Therapiemaßnahmen und Untersuchungen in der Schlaganfallstation waren weitere wesentliche Themen des Vortrages, ebenso die Akutbehandlung in Form der noch relativ neuen Lyse-Therapie sowie die Rehabilitation und medikamentöse Behandlung nach einem Schlaganfall.

Allem voran ging jedoch der eindringliche Appell, dem Schlaganfall vorzubeugen und ihn zu verhindern, was sich schon durch regelmäßige sportliche Betätigung mit einer relativen Risikoreduktion von 40 bis 60 Prozent erreichen lasse, dem Reduzieren der Blutfettwerte durchgesunde Ernährung, Vermeiden übermäßigen Alkoholgenusses, Verringern von Übergewicht, dem Einstellen des Rauchens und regelmäßiger Blutdruckkontrolle.

Da viele der Zuhörer im Saal entweder am eigenen Leib oder bei Verwandten und Bekannten schon mit einem Schlaganfall konfrontiert waren, war es nicht verwunderlich, dass die Referentin im Anschluss an den Vortrag mit Fragen zum Thema noch ganz ordentlich gelöchert wurde.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Hervorragende Weine vom Bodensee
Neu aus diesem Ressort
Niedereschach
Niedereschach
Niedereschach
Niedereschach
Niedereschach-Kappel
Niedereschach
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren