Sicherheitshalber war ein Sondereinsatzkommando zur Unterstützung dabei: Gestern Abend rückte die Polizei mit einer ganzen Reihe von Beamten aus den Polizeidirektionen Rottweil und Villingen- Schwenningen in Niedereschach an, um die Wohnung eines jungen Mannes nach einer Schusswaffe zu durchsuchen.
Gefunden haben sie am Ende eine Schreckschusswaffe, wie die Polizeidirektion Rottweil gestern Abend dem SÜDKURIER auf Anfrage mitteilte. Die Waffe hatte mutmaßlich einige Stunden zuvor eine Rolle bei einem Vorfall in Zimmern ob Rottweil gespielt.
Dort war der Polizei am frühen Morgen nämlich eine „erheblichen Körperverletzung und Bedrohung“ im Bereich der Zimmerner Schwarzwaldstraße gemeldet worden, wie es im Polizeibericht heißt. Konkret soll ein 55-jähriger Mann dort auf dem Weg zu seiner Arbeitsstelle regelrecht überfallen, verprügelt und massiv bedroht worden sein. Die Tatverdächtigen: der junge Mann aus Niedereschach und sein Vater.
Das 55-jährige Opfer, Mitarbeiter einer Straßenbaufirma, sei gegen sechs Uhr früh gerade dem Fahrrad unterwegs zur Arbeit gewesen, schildert die Polizei den Ablauf, wie er sich nach bisherigen Erkenntnissen darstellt. Dort hätten ihn dann der Arbeitskollegen und dessen Sohn „abgepasst“.
Der Grund: Offensichtlich habe der Arbeitskollege das spätere Opfer verschiedener Beleidigungen beschuldigt. Was zunächst als verbaler Streit begonnen habe, sei dann zu einer Schlägerei ausgeartet, „in deren Verlauf Vater und Sohn auf den Geschädigten einschlugen und diesen auch bedrohten“, heißt es wörtlich im Bericht.
Dass dabei die später in Niedereschach gesuchte Pistole im Spiel gewesen sein soll, stand noch nicht im Polizeibericht. Dann allerdings seien zwei weitere Kollegen am Tatort vorbei gekommen – woraufhin die Tatverdächtigen von dem Opfer abgelassen und davon gefahren seien.
„Der Geschädigte trug durch die Schläger erhebliche Prellungen am Kopf davon“, resümiert die Polizei. Er habe sich nach Hause begeben und die Polizei alarmiert, wobei die Fahndung nach den namentlich bekannten Tätern bis zum Mittag noch nicht zum Erfolg führte.
Der Weg der Polizei führte dann im Laufe des Tages nach Niedereschach zur Durchsuchungsaktion. Der Vater wurde vor Ort auch angetroffen, der Sohn dagegen nicht. Verhaftet wurde der Vater übrigens nicht, dafür habe kein Grund bestanden, so die Einschätzung der Polizei.