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Niedereschach Neue Impulse für Niedereschach

14.10.2011


Auf einen Kaffee mit dem neuen Vorsitzenden des Handels-, Gewerbe- und Industrievereins, Thomas Reichert, und seinem Stellvertreter Rolf ZahelHerr Reichert, wie lange mussten Sie überlegen, ob Sie den HGI-Vorsitz übernehmen?Thomas Reichert: Schon einige Wochen. Ich habe Mitte des Jahres beim Sportverein das Amt des Kassierers übernommen.

Da gab es viel Arbeit. Denn wenn ich etwas machen möchte, möchte ich auch ein bisschen neue Ideen reinbringen und Dinge auch optimieren, vereinfachen. Die Zusammenarbeit und die Kommunikation mit meinen Vorstandskollegen in der Jugendabteilung ist aber so gut verlaufen, dass ich innerhalb von sechs Wochen alles ins Reine gebracht habe. Dann konnte ich sagen, okay, jetzt kann ich auch das mit dem HGI annehmen.

Sie haben die neuen Ideen angesprochen, die Sie beim SVN eingebracht haben. Gilt das auch für den HGI?

Reichert: Wir hoffen, dass sich viel ändern wird. Wir hatten im vergangenen Jahr eine Mitgliederversammlung und hatten da einige Dinge angeregt, die aber nicht durchgesetzt werden konnten. Deswegen wollen wir jetzt einen komplett neuen Schnitt machen.

Sie sind nicht der Einzige, der neu im Vorstand ist.

Ich habe versucht, mir Personen auszusuchen, die auch aus dem jeweiligen Bereich kommen. Das heißt, ich habe jemanden gebraucht für das Amt des Kassierers, der sich mit Finanzen beschäftigt. Dafür haben wir Astrid Voges gefunden, die den Lohnsteuerhilfeverein betreibt. Ich habe einen kreativen Menschen gesucht und mit Rolf Zahel einen Werbefachmann in das Team holen können.Für den Schriftführer-Posten habe ich nach jemandem gesucht, der täglich mit Texten zu tun hat. Leider haben wir aber im Vorfeld niemanden finden können, mittlerweile haben wir einen Interessenten, in Kürze wird eine Entscheidung fallen.

Sie sprachen von neuen Ideen?

Rolf Zahel: Mein Wunsch ist es, den HGI „kundennäher“ werden zu lassen, also nicht nur mehr Nähe zu den einzelnen HGI-Mitgliedern und Ihren Anliegen, sondern auch näher zur Gemeinde und den Bürgern.

Stichwort Veranstaltungen: Gibt es schon konkrete Pläne?

Reichert: Wir haben vor zwei Jahren unsere Mitglieder hinsichtlich der Gewerbeschau befragt. Diese wird nun nicht mehr alle drei sondern alle zwei Jahre stattfinden. Somit steht 2012 die nächste Gewerbeschau in der Eschachhalle an. Das wird sicherlich die einzige Großveranstaltung sein. Des Weiteren wollen wir „kundenorientiert“ Fachvorträge anbieten. Wir haben genügend Know-how innerhalb des Vereins. Wir haben Rechtsanwälte, wir haben Steuerberater, wir haben Marketingfachleute, die zu aktuellen Themen entsprechend referieren können. Es sollen aber auch Themen sein, die für die Allgemeinheit, also den Bürger interessant sind. Ansonsten sehen wir unsere zukünftige Arbeit eher darin, uns auch in die Gemeindearbeit einzubringen.

Das heißt konkret, die Mitglieder kehren die Straße für einen guten Zweck?

Reichert: Nein. Das heißt, dass wir unser Ohr noch stärker an der Gemeindeverwaltung anhängen müssen. Ich habe da eine Idee, dass die Gemeinde und der HGI Hand in Hand arbeiten können. Und ansonsten haben wir natürlich ein offenes Ohr für unsere Mitgliedsunternehmen und Noch-nicht-Mitgliedsunternehmen für Fragen, Anregungen, Wünsche. Wir sehen uns jetzt auch nicht so sehr als diejenigen, die sich Ideen ausmalen. Wir wollen zwar kreativ sein, aber uns nicht alle Sachen aus den Fingern saugen. Wir erwarten auch von unseren Mitgliedern, dass sie uns zuarbeiten.

Wie ist, wenn man es mit anderen Gemeinden vergleicht, die Situation der Unternehmen in Niedereschach?

Reichert: Die Unternehmen, die hier ortsansässig sind, fühlen sich pudelwohl. Es gibt zahlreiche Unternehmen, die unwahrscheinlich expandieren. Großunternehmen suchen händeringend nach Anbaumöglichkeiten. Deswegen wird die Gemeinde in Richtung Dauchingen ein neues Industriegebiet ins Leben rufen.

Gibt es auch noch irgendwelche Gründe, die nicht dafür sprechen, dass man sich hier pudelwohl fühlt? Irgendetwas, wo man noch anpacken müsste?

Reichert: Da fällt mir momentan nichts ein. Aus topografischer Sicht liegen wir in Niedereschach optimal, wir haben 15 Minuten zur Autobahn und das in alle Himmelsrichtungen. Wir liegen absolut zentral. Wir sind eine Gemeinde, die fast Eigenversorger ist.

Ihr Vorgänger Walter Pankoke war 13 Jahre im Amt. Wollen Sie auch so lange durchhalten?

Reichert: Walter Pankoke hat in den 13 Jahren sehr gute Arbeit für den Verein geleistet. Wenn wir erfolgreiche Arbeit leisten, kann ich mir das schon vorstellen. Wir denken immer von Jahr zu Jahr, von Projekt zu Projekt, von Aufgabe zu Aufgabe. Und an dem wollen wir uns schlussendlich auch messen lassen, wenn wir dann zur Wiederwahl stehen. Ich bin kein Mensch, der an seinem Posten hängt, überhaupt nicht.

Aber es ist nicht auf ein kurzes Intermezzo angelegt?

Reichert: Nein, auf keinen Fall. Für das, was wir vorhaben, brauchen wir auch unsere Zeit. Wir müssen die Leute natürlich auch erst von unserer Arbeit überzeugen.

Sind Sie mit der Quote der Niedereschacher Unternehmen, die Mitglieder sind, zufrieden?

Reichert: Wir haben derzeit 88 Mitgliedsunternehmen. Niedereschach hat meines Wissens um die 170 Unternehmen. Die Quote ist stabil. Wir haben jedes Jahr einen oder zwei Abgänge, aber wir hatten auch jedes Jahr einen oder zwei Neuzugänge. Wir wollen uns aber nicht auf unsere eigenen Mitglieder fokussieren. Wir wollen uns einfach öffnen nach außen hin und eigentlich für alle Unternehmen da sein. Und wenn dann jemand sagt, okay, mir gefällt die Arbeit, dann freuen wir uns natürlich, wenn er bereit ist, im Jahr 55 Euro Mitgliedsbeitrag als Unterstützung und Finanzierung zu zahlen.

Welche Vorteile hat man dann als Mitglied, wenn die Arbeit des HGI eh für alle da sein soll?

Zahel: Wir lassen zum Beispiel auf der Gewerbeschau auch Unternehmen zu, die nicht Mitglieder sind. Die müssen dann natürlich einen Obolus für ihren Standplatz zahlen. Das muss man als HGI-Mitglied nicht.

Herr Zahel, Sie haben einen Flyer vor sich liegen. Was hat es damit auf sich?

Wir sehen uns nicht nur als Verein für ortansässige Unternehmen, sondern mit unseren vielfältigen Aktivitäten auch als Impulsgeber für die Gesamtgemeinde. Aus diesem Grund wurde der Flyer „Impulse für Niedereschach“ entwickelt, in dem die Arbeit des HGI für alle vorgestellt wird. Denn viele Bürger wissen zum Beispiel gar nicht, was der HGI genau macht.

Also so, dass der Verein ein bisschen mehr ins Licht der Öffentlichkeit rückt.

Zahel: Genau – und mit seinen Zielen im rechten Licht steht. Wir richten aktuell eine Facebook-Seite ein. Das ist heute bei den meisten Unternehmen Standard und bei einer Unternehmensvertretung sollte es deshalb eigentlich auch Standard sein. Ich finde, Facebook ist ein schnelles Medium, sehr direkt und von daher passt es eigentlich zu der neu aufgestellten Führungsriege des Handels- und Gewerbevereins, die einfach auch mal ein bisschen andere Sachen ausprobieren wollen. Wie gesagt kommunikativ und mitgliedernah.

Fragen: Stephanie Jakober

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