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Niedereschach Mundraub kommt in Mode

Einsam am Wegesrand stehen oft genug Obstbäume, prall behangen mit leckeren Früchten, doch man weiß nicht, ob der Baum jemanden gehört oder man einige der leckeren Früchte ernten darf. Später sieht man dann, dass das Obst am Boden oder am Baum hängend quasi vergammelt ist.

Auch in Niedereschach gibt es viele solcher Bäume. Im Internet hat sich nun sogar eine Initiative entwickelt, die möchte, dass herrenloses Obst künftig nicht mehr am Baum verrottet und deshalb Mundraub, auf das herrenlose Obst bezogen, wieder salonfähig machen möchte.

Eine Initiative, der auch Niedereschachs Pfarrer Peter Konetschny einiges abgewinnen kann. Auch er weiß ,dass jedes Jahr herrliche Früchte an zigtausenden Obstbäumen an Landstraßen, in verlassenen Gärten oder auf Grundstücken von Menschen mit wenig Zeit verderben. Oft handelt es sich dabei um sehr kostbare alte Sorten.

„Wie hier teilweise mit den Gaben Gottes umgegangen wird, schreit zum Himmel“, so Konetschny, dem das ungepflückte Obst immer wieder bei Spaziergängen auffällt. Er will die Initiative unterstützen und hofft nun, dass auch einige Niedereschacher Baumbesitzer sich daran beteiligen.

Die Initiative Mundraub bietet nun allen eine Plattform, wilde oder herrenlose Obstbäume zum Abernten in der Mundraub-Landkarte zu markieren, um sie anderen Menschen ins Bewusstsein zu bringen. Gratis, als Geschenk und als Geschenk der Natur. Die Initiatoren sind sich bewusst, dass vermeintlich herrenlose Bäume, wie zum Beispiel an einer verlassenen Landstraße, jemandem gehören könnten. Ob Bund, Land oder Privatperson: niemand soll zum Diebstahl animiert werden. Mit dem Wachsen der nun geschaffenen Plattform wollen die Initiatoren erreichen, dass die Besitzer ihre Bäume für alle sichtbar freigeben. Damit Interessierte ohne schlechtes Gewissen nach Herzenslust „mundrauben“ können.

Dazu bitten die Initiatoren alle – Besitzer, Mundräuber, Anwohner – Missbrauch vorzubeugen. Damit die Schätze gebraucht und nicht missbraucht werden. Die Initiatoren würden sich freuen, wenn die „Schätze vor unserer Haustür“ wieder entdeckt und wenn viele Menschen für die Bioäpfel und Ökokirschen aus Übersee, zumindest zwischen Juli und November, bald nur noch ein weises Schmunzeln übrig haben, denn das Gute liegt ja so nahe.

Informationen im Internet:

www.mundraub.org/map

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