Gestern Abend in Mönchweiler: Kurz vor 22 Uhr beginnt der "Circus Alberti" auf einer privaten Wiese gegenüber dem Festplatz am Sportgelände mit dem Aufbau seiner Zelte.
In der Herdstraße in Mönchweiler werben Plakate für den „Circus Alberti“: Der Zirkus ist jedoch bei der Gemeindeverwaltung unerwünscht.
Bild: Bild: Putschbach
Von einer ruhigen Sommernacht konnte man gestern Abend gegen 22 Uhr in Mönchweiler nicht mehr sprechen: Der „Circus Alberti“ war mit zwei Lastwagen angereist und hatte damit begonnen, seine Zelte in Mönchweiler aufzubauen. Doch eigentlich gibt es einen Grundsatzbeschluss des Gemeinderates, gemäß dem in Mönchweiler kein Zirkus mehr gastieren darf.
Jedoch kommen die Gäste manchmal eben uneingeladen: Obwohl dem Zirkus der Sachverhalt schon mitgeteilt worden war, reiste er gestern Abend an. Der Trick an der Sache: Nicht auf einem Grundstück der Gemeinde wollten der Zirkus seine Zelte aufschlagen sondern auf einer privaten Wiese. Dies sei kein öffentlicher Grund und daher könne die Gemeinde ein Gastspiel dort auch nicht verbieten, hieß es aus den Zirkus-Reihen. Ein örtlicher Landwirt habe dem Zirkus genehmigt, auf der Wiese zu gastieren.
Lothar Bösinger, Mitarbeiter des Ordnungsamtes und gestern Abend zufällig vor Ort, versuchte die Sachlage mit den Zirkusmitarbeitern zu klären, während im Hintergrund in rasender Geschwindigkeit der Aufbau des Zirkuszeltes von Statten ging. Lothar Bösinger konnte jedoch aus dem Stehgreif nicht sagen, ob der Zirkus für das Gastieren auf dem Privatgrundstück eine Genehmigung brauche oder nicht. Bürgermeister Friedrich Scheerer war gestern Abend nicht mehr zu erreichen.
Dass die Gemeinde Mönchweiler den Zirkus nicht mit Handkuss begrüßt hat, hat eine Vorgeschichte: Vor einigen Jahren gastierte zuletzt ein Zirkus auf dem Festplatz am Sportgelände. Das Gastspiel dieses Zirkus wurde für die Gemeinde Mönchweiler teuer, erinnert sich Bürgermeister Friedrich Scheerer. Der einzige Lastwagen des kleinen Wanderzirkus gab damals den Geist auf. Eine Reparatur sprengte die finanziellen Möglichkeiten der Truppe. Menschen und Tiere konnten in der Folge nicht weiterziehen und steckten mehrere Wochen über den Winter auf dem Festplatz in Mönchweiler fest. „Uns hat das damals einen vierstelligen Betrag gekostet. Der Gemeinderat beschloss daraufhin, solche Gastspiele nicht mehr zu genehmigen.
“ Die Zufahrt zum Festplatz zwischen dem Vereinsheim des Fußballclubs und dem der Eisstockschützen sei seither mit Steinen und einer gespannten Kette versperrt, erläutert Friedrich Scheerer. Weder Landfahrer noch ein Wanderzirkus kamen seither nach Mönchweiler.
Jetzt wollte wieder ein Zirkus in Mönchweiler gastieren. Lothar Bösinger, der zuständige Mitarbeiter des Ordnungsamtes, erzählt, vor wenigen Tagen habe eine Mitarbeiterin des „Circus Alberti“ darum gebeten, in den Kindergärten und Schulen entsprechende Werbeflyer verteilen zu dürfen. Eine Genehmigung für sein Gastspiel habe der Zirkus dagegen nie beantragt.
Bereits zu diesem Zeitpunkt habe er die Mitarbeiterin darauf hingewiesen, dass ein Gastspiel in der Gemeinde aufgrund des Beschlusses des Gemeinderates nicht möglich sei. Am Freitag hängte der Zirkus in den Durchgangsstraßen, ebenfalls ohne Genehmigung, Plakate auf. Die sieben bis acht Plakate mit den Terminhinweisen hat Lothar Bösinger jetzt selbst wieder entfernt, berichtet er weiter.
Unabhängig vom Grundsatzbeschluss des Gemeinderates käme das Gastspiel des Circus Alberti auch dem Motorradclub Mönchweiler ausgesprochen ungelegen. Am Freitag und Samstag lädt der Club zu seinem 27. internationalen Motorradtreffen mit Sommerfest auf dem Festplatz, der gegenüber der Wiese liegt, auf dem der Zirkus seine Zelte aufgeschlagen hat. Dieses Fest wurde bei der Gemeinde bereits im April ordnungsgemäß angemeldet und würde allein deswegen den jüngeren Terminwünschen für den Festplatz vorgehen.
Ob der „Circus Alberti“, der bis gestern in Bad Dürrheim zu Gast war, in Mönchweiler bleiben darf, stand gestern Abend noch nicht fest. Lothar Bösinger und auch Friedrich Scheerer werden die gesetzlichen Vorschriften heute voraussichtlich noch einmal genau unter die Lupe nehmen.