Mönchweiler – Die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, Sabine Roth, vergleicht die ihr über die vergangenen 90 Jahre vorliegenden Unterlagen und Materialien mit einem Eisberg. Das obere Drittel und damit die jüngere Geschichte des Vereins seien für sie gut nachzuvollziehen. Über die ersten Jahre seien allerdings kaum Materialien vorhanden, sie liegen im Dunkel. Karl Friedrich Weisser, Gemeinderat und langjähriges Mitglied der SPD, weiß aus den Erzählungen seines Onkels Gottfried Weisser allerdings einiges zur Geschichte des Ortsvereines zu erzählen. Gottfried Weisser war Gründungsmitglied und Schriftführer des damals jungen Ortsvereins. Ihm gelang es zwar offensichtlich, die Unterlagen aus dieser Zeit über das Dritte Reich hinweg zu retten und diese anschließend dem damaligen Bürgermeister Robert Kratt zu übergeben. Dort aber wurden sie nach dessen Tod im Zuge der „Ausmistung des Nachlasses“ vernichtet, so Karl Friedrich Weisser. Einiges ist dennoch bekannt und wurde jetzt von Karl Friedrich Weisser zusammengefasst.
Schon lange vor dem Ersten Weltkrieg gab es in Mönchweiler einen Kreis von Männern, der zur Sozialdemokratie tendierte. Deren Bestrebungen, sich zu einem Ortsverein zusammen zu schließen, wurden allerdings durch den Krieg unterbrochen. Erst unter dem Eindruck der durch den Krieg hervorgerufenen Not wurde 1919 der SPD-Ortsverein gegründet. Im selben Jahr konnte der erste Vorsitzende Fritz Kayan einen Wahlvorschlag zu den Gemeinderatswahlen mit stattlichen 36 Bewerbern präsentieren. Davon dürften die politischen Vereinigungen nicht nur in Mönchweiler heute träumen.
