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Dittishausen Vom Streuner zum Spürhund

Der zweieinhalbjährige Straßenhund Dukkah aus der Türkei hat in der Dittishauser Hundeschule von Uwe Friedrich ein neues Zuhause gefunden. Gemeinsam mit der Tierschutzorganisation „Care 4 life“ wurde der Streuner von Antalya nach Deutschland gebracht. Hier wurde er von Friedrich als Drogenspürhund ausgebildet. Diese ungewöhnliche Aktion, die auch vom Fernsehen begleitet wurde, soll das Potenzial von Straßenhunden aufzeigen.

Uwe Friedrich bildete den türkischen Straßenhund Dukkah zum Drogenspürhund aus.
Uwe Friedrich bildete den türkischen Straßenhund Dukkah zum Drogenspürhund aus. | Bild: Micha Bächle

Dittishausen – An den Schnee im Hochschwarzwald hat sich der Mischlingshund aus der Türkei mittlerweile gewöhnt. Hier bei der Hundeschule Team Canin von Uwe Friedrich in Dittishausen hat der Hund ein neues Zuhause gefunden. Vor gut eineinhalb Jahren sah alles noch anders aus. Dukkah streunte durch die Gassen von Antalya. Streuner sind in der Türkei nicht gerne gesehen und so wurden im Mai letzten Jahres 5500 Straßenhunde in Antalya umgebracht. Die Leiterin der Tierschutzorganisation „Care 4 life“, Silvia Greene, nahm den traurigen Umstand zum Anlass, eine Aktion zu starten, welche die Menschen wachrütteln und das Potenzial von Straßenhunden aufzeigen soll. Greene ging auf Uwe Friedrich zu, der nicht nur die Hundeschule Team Canin in Dittishausen betreibt, sondern auch langjähriger Diensthundeführer der Polizei war. Ziel war es einen Straßenhund aus der Türkei in Deutschland von Friedrich zum Drogenspürhund ausbilden zu lassen. Die Tiernotstelle von „Care 4 Life“ in Antalya wurde auf Dukkah aufmerksam, päppelte den kranken Hund auf und brachte ihn nach Deutschland. Im November 2008 holte ihn Friedrich am Frankfurter Flughafen ab und brachte den Hund in den Hochschwarzwald. Der Leiter der Diensthundestaffel am Flughafen, Dieter Keller, begutachtete den Hund und war zunächst skeptisch. „Der Hund hatte keinerlei Grundkenntnisse“, so Friedrich, der viel Zeit in die Beziehungsarbeit investierte. Mit Hilfe von Ausbildungsdrogen und einem zugeschnittenen Ausbildungskonzept brachte Friedrich dem Hund bei, wie er Drogen findet. Im Juni stellte sich Dukkah dann der Prüfung der Polizei am Frankfurter Flughafen. Hier galt es unterschiedliche Drogendepots auf dem Rollfeld, im Sicherheitsbereich und in Koffern zu entdecken. Dukkah meisterte die Prüfung mit Erfolg. Der Hund lebt jetzt bei Friedrich im Hochschwarzwald.

Der Erfolg vom Straßen- zum Drogenspürhund soll genutzt werden, um auf die Probleme der Tiere aufmerksam zu machen und deren Potenzial aufzuzeigen. Im März 2010 wird Friedrich daher mit dem Hund zur Ausbildungsschule des Zolls nach Nürnberg gehen und die Ergebnisse vorstellen. Zudem ist eine Reise von Friedrich mit Dukkah in die Türkei geplant, um aufzurütteln. „In der Türkei gibt es keine Rettungshundestaffeln. Bei schweren Erdbeben müssen diese aus Deutschland eingeflogen werden. Wir wollen die Öffentlichkeit in der Türkei sensibilisieren und für mehr Wertschätzung werben“, erklärt der 43-Jährige. Begleitet wurde diese ungewöhnliche Aktion von der Fernsehsendung „hundkatzemaus“ des Senders Vox. Es wurde eine zehnteilige Dokumentation über Dukkah gedreht, die ab dem 7. November jeweils zwölf Minuten über das Projekt berichten wird.

Ein Jahr nach dem Start der Hundeschule in Dittishausen ist der Zuspruch enorm gestiegen. Mittlerweile kommen Seminarteilnehmer aus ganz Deutschland sowie den angrenzenden Ländern. Ein eigener Shop und eine Produktlinie von Team Canin sind am Entstehen. Friedrich setzt zudem auch auf Seminare vor Ort in der Hundeschule.

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