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12.05.2012  |  von  |  0 Kommentare

Löffingen Falkner rettet Fischadler das Leben

Löffingen -  Der Löffinger Berufsfalkner Franz Ruchlak gehört zu den Vogelflüsterern in der Region. Seine interessanten Flugshows mit größeren und kleineren Greifvögeln, haben ihn in Süddeutschland bekannt gemacht und so mancher verletzte Vogel verdankt ihm sein Leben.

Der Löffinger Vogelflüsterer Franz Ruchlak rettete einem Fischadler das Leben und entließ ihn jetzt wieder in seine Freiheit.  Bild: Kerdraon



„Ich habe schon viele Vögel wieder gesund gepflegt“, erklärt der 58-jährige Vogelkenner. Doch vor kurzem hatte er einen ganz exotischen Patienten: Ihm wurde ein junger Fischadler in Pflege gegeben, den man hier in der Region eigentlich nicht kennt. „Es kam ein Anruf aus Stühlingen, dass sich in einem Fischteich, der zum Schutz gegen die räuberischen Fischreiher abgedeckt war, ein seltener Vogel verfangen hatte“, informierte Ruchlak im SÜDKURIER-Gespräch. Als der Fischteichbesitzer dann den Vogel zu ihm nach Löffingen brachte, war für ihn gleich klar, dass dieses Tier nicht in die Region gehört. „Der Vogel war total verängstigt, total ausgehungert und schwach“, erinnert sich Ruchlak, der den Fischadler unter seine vogelkundliche und erfahrene Obhut nahm.

Das geschwächte Tier hatte sich offenbar auf dem Flug von Afrika in sein nordöstliches Brutgebiet befunden und großen Hunger gehabt. Sein Flug in den Fischteich wurde ihm dann zum Verhängnis. Nachdem der Falkner den ganz passiv und ruhig wirkenden Vogel, der eine so genannte Schockstarre hatte, genauer untersuchte, stellte er schnell fest, dass der Adler nur überleben kann, wenn er ihm gleich Futter gab. Allerdings war das gar nicht so einfach. Das Tier verweigerte das Futter. „Also habe ich ihn gestopft und zwar mit Kücken, drei Tage lang“, ließ Ruchlak wissen. So langsam kam der Vogel wieder zu Kräften und dann konnte er alleine den ersten Fisch essen. „Er hat sich wie ein Verrückter auf die Forelle gestürzt, die ich ihm gegeben habe“, freute sich Ruchlak über die gesundheitlichen Fortschritte seines gefiederten Schützlings.

Jeden Tag bekam der Jungvogel seine Fischration, die er dankbar und mit Genuss annahm. Doch wenn der Falkner in die Vogelvoliere tritt, trifft er auf einen scheuen Vogel, der sofort wieder in die Schockstarre verfällt. „Dann kann ich ihn gut auf dem Arm nehmen“, erklärt der Vogelflüsterer von der Baar. Langsam aber sicher wurde der Fischadler wieder gesund und bewegte sich unruhig in seinem Pflegekäfig. „Ich habe gewusst, jetzt ist es bald so weit, dass ich den Fischadler weiterziehen lassen kann“, unterstreicht Ruchlak.

Jetzt kam dann der Abschied und der ist ihm nicht schwergefallen, denn der etwa ein Jahr alte Jungfischadler wollte in sein Brutgebiet ziehen, dass sowohl ganz im Osten Deutschlands, als auch in Polen ist. „Er drehte zwei Runden und dann ließ er sich ganz genüsslich in die Lüfte heben und flog weiter nordöstlich in Richtung Löffingen“, freut sich Ruchlak, der wieder einmal mehr einem Vogel das Leben rettete.

Den Sommer über ist Ruchlak mit seiner Greifvogelschau auf dem Feldberg am „Feldberger Hof“ ab 13. Mai jeweils mittwochs und dienstags zu beobachten.

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