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Löffingen Dorfladen-Projekt weckt viel Interesse

26.09.2012
Löffingen -  Mit großem Interesse hatte Ortsvorsteher Berthold Meister bei der Bürgerversammlung für einen geplanten Dorfladen gerechnet, doch als dann die Menschen strömten und nachgestuhlt werden musste, war das Strahlen nicht mehr zu übersehen. Ob nun bald die Zeit vorbei ist, dass es in Bachheim keine Einkaufsmöglichkeiten gibt – darüber entscheiden die Bachheimer selbst.

Auf großes Interesse stößt in Bachheim die Bürgerversammlung, bei der die Pläne für einen genossenschaftlich getragenen Dorfladen vorgestellt werden. 110 Bürger informieren sich über das Projekt.  Bild: Gerold Bächle

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Die erste Bilanz mit 84 neuen Genossenschaftsmitgliedern lässt jedoch hoffen, dass das Projekt realisiert werden kann.

Obwohl jeder Bachheimer sich einen Dorfladen wünscht, war die Anfangssituation schon eher skeptisch. Bürgermeister Norbert Brugger erläuterte die Situation. „Derzeit ist eine Bürgergenossenschaft für eine Grundversorgung hochaktuell“, betonte er. „Auch in Bachheim könnte mit dem engagierten Neubürger Christoph Vögelin, sowie einem engagierten Mitbürger-Helferstab eine solche Genossenschaft mit Ziel Dorfladen mit Kiosk Realität werden“, so Brugger. Die Stadt werde sich mit in ein solches Projekt einbringen, allerdings nur wenn die Bürger dies auch wollen und hinter dem Projekt mit den notwendigen Konsequenzen stehen. Dies beginnt durch Mithilfe von handwerklich begabten Bürgern beim Auf- und Umbau des Farrenstalls und bei der aktiven Benützung des „Dreisäulen- Projektes“.

Wie gut ein Dorfladen, basierend auf einer Genossenschaft läuft, davon berichtete Dieter Mies aus dem Wiesental in lockerer und informativer Form den 110 Anwesenden. „Der Ortsteil mit über 600 Einwohnern hat hier nicht nur eine Einkaufsmöglichkeit geschaffen, sondern auch einen Kommunikationstreff. So wurde auch ein Dorfladen-Taxi installiert mit dem ältere und alleinstehende Mitbürger zum Einkaufen gefahren werden und sich dann auch immer im Treff des Ladens unterhalten. Dies hat sich bestens bewährt“, so der Vorsitzende der Genossenschaft Dieter Miss. „Ein Dorfladen ist auch positiv für vereinsamte Menschen, der Suizidanteil im kleinen Wiesental war sehr hoch, und dieser Anteil hat sich stark reduziert“, sagte er.

Christoph Vögelin, der die Idee mit einem Kiosk an den Ortschaftsrat und somit an die Stadt herantrug (wir berichteten mehrfach), nahm den Gedanken eines Dorfladens auf und hatte bereits für die Versammlung im Bürgersaal in Bachheim schon zahlreiche konkrete Vorstellungen. Das Projekt sollte auf drei Säulen stehen, die Nahversorgung, Kiosk für Wanderer und Kioskbetrieb für Bachheim. Während die Stadt sich für das Gebäude einbringen möchte, der alte Farrenstall hat derzeit keine Strom- und Wasserversorgung, wird Vögelin sich im Innenbereich beteiligen. Dem Trainer der Gewichtheber schwebt dabei eine urig-gemütlich Atmosphäre mit rustikaler Einrichtung vor. Der Eingang könnte das jetzige Scheunentor werden, für den Ladenbereich stehen drei große Räume und zwei Lagerräume zur Verfügung, außerdem ist Platz für den Sanitärbereich. Roland Stefan vom Stadtbauamt hat die Pläne zu Papier gebracht. Im Sommer könnten Sitzmöglichkeiten vor dem Haus eingerichtet werden. Vögelin hat bereits mit möglichen Kooperationspartnern Kontakt aufgenommen, die ihre Bereitschaft signalisierten. So das Lebensmittelgeschäft Ketterer Unadingen, Metzgerei Butsch aus Löffingen, Italiamarkt-Huber aus Löffingen und Bäckerei Schorpp in Döggingen.

Ob dies alles Zukunftspläne sind oder realisiert werden können, wird die Bevölkerung entscheiden. Klar ist, dass nur bei einem solchen Gesamt-Projekt die Gemeinde auf einen Zuschuss aus dem ELR-Programm hoffen kann, dies wären immerhin 20 Prozent. Bei der Diskussion kamen weitere Ideen für das Projekt, etwa die Frage ob nicht die Wanderbushaltestelle an den Dorfladen versetzt werden könnte. Neben den Mitgliedern einer solchen Genossenschaft benötigt das Projekt auch einen „Stammhilfe-Pool“. Im Wiesental wurde dies mit einem „Dankeschön-Lohn“ gelöst. Hier bekommt die Stammmannschaft fünf Euro Netto pro Arbeitsstunde. Für eine 400-Euro-Kraft hat Vögelin schon eine Verkäuferin in Aussicht. Ein Diskussionspunkt sind die Öffnungszeiten, hier strebt Vögelin Freitagabend und Samstagmorgen an, dazu flexible Öffnungszeiten nach Wunsch der Bürger. Obwohl es noch viele Fragen gibt, muss die Bevölkerung sich nun entscheiden, ob sie einen Dorfladen auf Basis der Bürgergenossenschaft wünscht. Am Montagabend haben sich von den 110 Anwesenden bereits 84 Mitglieder eingeschrieben und 120 Anteile „gekauft“. Ende der Woche wird Meister die Liste bei Bürgermeister Brugger vorlegen, der wiederum bei entsprechendem Interesse den Gemeinderat einbeziehen wird.

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